Masaa Tickets - Stuttgart, Theaterhaus - T4

Event-Datum
Mittwoch, den 01. November 2017
Beginn: 20:00 Uhr
Event-Ort
Siemensstr. 11,
70469 Stuttgart
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: Theaterhaus Stuttgart e.V. (Kontakt)

Rollstuhlplätze sind nur über das Theaterhaus Stuttgart buchbar.

Ermäßigte Karten gibt es für bestimmte Veranstaltungen (siehe Programm) gegen Vorlage eines gültigen Ausweises für: Schüler, Studenten, Azubis, Menschen mit Behinderung und Arbeitslose.

Bitte beachten Sie, dass nicht für jede Veranstaltung Ermäßigungen möglich sind.

Im Theaterhaus ist kein Umtausch von Normalpreiskarten in ermäßigte Karten möglich!
Ticketpreise
ab 20,90 EUR
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Bild: Masaa
Vor 30 Jahren war es ein Libanese, der erstmals Maßstäbe in der Verbindung von arabischer Tradition und westlichem Jazz setzte. Eine Generation nach dem Durchstarten des Oudmeisters Rabih Abou-Khalil haben sich die Bedingungen für Teamworks zwischen Orient und Okzident geändert. Brückenschläge sind nichts Exotisches mehr. Sie stehen nun unter dem Vorzeichen eines selbstverständlichen Austauschs, der kreative Fluss fördert eine immense Palette von musikalischen Perspektiven zutage, schafft ganz neue Heimaten in und durch Musik. Die mutige Speerspitze dieser neuen Begegnungsqualitäten bildet das Quartett Masaa – und mit dem Poeten, Komponisten und Sänger Rabih Lahoud steht im Fokus wiederum ein Mann mit Wurzeln im Libanon.

Wie so oft in der Musikgeschichte entstehen kreative Höhenflüge durch ein zufälliges Aufeinandertreffen – so auch im Falle der deutsch-arabischen Konstellation von Masaa: Trompeter Marcus Rust spielt 2010 in Schwerin bei einem Bigband-Konzert und begegnet dort Rabih Lahoud. Dessen Name ist ihm schon durch seinen Lehrer Markus Stockhausen vertraut, der ihm von seinem neuen Projekt Eternal Voyage mit dem gebürtigen Libanesen erzählt hat. Rust ist so begeistert von Lahouds Vokalkünsten, dass er ihn seinen Kollegen Clemens Pötzsch (p) und Demian Kappenstein (perc) vorstellt.

Dabei ist für Lahoud die künstlerische Arbeit mit seiner Muttersprache noch frisch: Nach langer Vorliebe für die Musik des Westens und ein klassisches Pianostudium tastet er sich erst in der deutschen Ferne neugierig und behutsam an seine Wurzeln heran. Findet einen Ort des Wohlfühlens und Schönheit im Klang des Arabischen, das er von seinen Regeln befreit, jedem Wort eigene Kraft zuspricht. Es ist förderlich für die Chemie der frischgebackenen Band, dass auch die anderen Drei Suchende sind: Durch einen Indienaufenthalt geprägt, begeistert sich Rust für die direkte Emotionalität traditioneller Musik, bringt sie mit Jazz und Improvisation zusammen. Mit den gleichen Verbindungen arbeitet Pötzsch, der durch sein sorbisches Erbe die Töne des Ostens in seinem melodischen Spiel aufblitzen lässt. Und auch Kappenstein ist ein Reisender, der auf dem Schlagwerk seine Erfahrungen zwischen Taiwan und Türkei, Israel und Deutschland einfängt.

„Improesie“ nennt die Band liebevoll das, was sich im Studio ereignet, wenn der schöpferische Akt in Gang kommt: Zuweilen improvisiert Lahoud seine Texte über den Kompositionen seiner Kollegen, umgekehrt wird durch die poetischen Bilder der Verse oder rein durch den Klang der fremden Sprache die Improvisation der Instrumentalteile angeregt. Aus diesem „Schneeball“-Verfahren heraus erwächst das hochgelobte erste Album „Freedom Dance“. Da sind die vier Musiker für ihren unorthodoxen Umgang mit Orient Jazz schon mit dem Bremer Jazzpreis ausgezeichnet, überzeugen auf europäischen, libanesischen, schließlich sogar auf afrikanischen Bühnen.

Auf ihrem neuen Werk „Afkar“ loten Masaa noch mehr Freiheiten aus: Ihre Klangsprache hat sich ein Stück weiter vom Jazz emanzipiert, gibt sich sinnlicher, herzblutender, die Verschmelzung von Tänzerischem und Ungebundenem, von Tradition und Experiment hat eine neue organische Stufe erreicht. Lahouds Stimme mutet noch voluminöser und expressiver an, der Fluss der improvisatorischen Ideen und Gedanken - so die Bedeutung des arabischen Wortes „Afkar“ - führt im Zusammenspiel der Vier zu bislang unbekannten Ufern.

Mit ihrem zweiten Wurf zelebrieren Masaa die Selbstverständlichkeit von Interkultur mitten in Europa – und beschwören sie mit der beseelenden, ergreifenden Schöpferkraft von Poesie und Improvisation.
Bild: Theaterhaus Stuttgart

Das Theaterhaus Stuttgart ist eines der innovativsten Kulturprojekte Europas mit einer einmaligen Mischung aus Kunst, Sport und Sozialmanagement. Der neue Typus einer theatralischen Institution.

Seit der Einweihung des neuen Hauses im März 2003 haben die Besucherzahlen die kühnsten Erwartungen übertroffen. Überzeugen Sie sich doch selbst. (Foto: theaterhaus.com)

Theaterhaus - T4, Stuttgart