Missa Salisburgensis à 53 voci (H.I.F. Biber) - Präsentiert von den Niedersächsischen Musiktagen Tickets - Hannover, Markuskirche Hannover

Event-Datum
Sonntag, den 24. September 2017
Beginn: 17:00 Uhr
Event-Ort
Oskar-Winter-Str. 7,
30161 Hannover
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: Ev.-luth. Apostel-und-Markus Kirchengemeinde (Kontakt)

Rollstuhlfahrer / Schwerbehinderte (mit "B" im Ausweis) zahlen den Normalpreis, die Begleitperson erhält freien Eintritt. Entsprechende Tickets erhalten sie telefonisch unter der 0180 6050400.
Ticketpreise
ab 25,00 EUR und Ermäßigungen
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Bild: Niedersächsische Musiktage
Missa Salisburgensis

Diese Musik ist eine Sensation. Die Missa Salisburgensis, komponiert 1682 von Heinrich Ignaz Franz Biber, hat damals vor allem die Macht der Kirche in Klang umgesetzt – aber gleichzeitig ein so ergreifendes Musikerlebnis ermöglicht, dass wir noch heute, mehr als 300 Jahre später, einfach nur staunend diesem Raum-Klang-Ereignis lauschen.

Das Bistum Salzburg beging im Jahr 1682 seine 1.100-Jahr-Feier. Die musste schon etwas größer ausfallen, zumal die Epoche von Errungenschaften in Wissenschaft und Technik geprägt war, die die Kirchenoberen beunruhigten und die Welt neu definierten: Amerika war entdeckt, Nikolaus Kopernikus hatte verkündet, dass sich die Planeten um die Sonne bewegen, und Giordano Bruno erklärte die Unendlichkeit des Weltraums. Die Antworten der Künste waren vielfältig. In diese Zeit fällt der Beginn der perspektivischen Malerei, und auch die Musik beginnt, ihre bisherigen Dimensionen zu überschreiten. Eine dieser raumgreifenden Neuerungen ist die venezianische Mehrchörigkeit, die in der Mitte des 16. Jahrhunderts zum beliebten Kompositionsmodell für große Kirchenräume wurde. Diese Art zu komponieren bedeutete, dass die Verteilung der Musiker im Raum bereits im Stück angelegt ist. Sie ist das Vorbild für die Missa Salisburgensis, die auf ihre besondere Weise alles bisher Dagewesene überbietet. Der Komponist der Missa Salisburgensis, Heinrich Ignaz Franz Biber (1644 – 1704), stammte aus Böhmen und stand seit 1670 in den Diensten des Erzbischofs Max Gandolf von Kuenburg. Er hatte den Mut, diese Messe für zwei vokale und vier instrumentale Chöre, Pauken, Trompeten, Orgel und Basso continuo zu komponieren, insgesamt für 53 Stimmen – und zwar passgenau für den Salzburger Dom. Biber hat mit dieser Messe eine Raumkomposition geschaffen, die zeigt, dass der hervorragende Geiger, der Biber auch war, eine phänomenale Begabung als Komponist hatte; noch heute sind seine „Rosenkranzsonaten“ für Violine solo eine Herausforderung. Die Missa Salisburgensis ist es auf ihre Weise auch – eine Herausforderung an die ausführenden Musiker und an den Raum, den sie mit diesem Werk gestalten. Ihr stellen sich bei den Niedersächsischen Musiktagen der MarkusChor Hannover, die Evangelische Stadtkantorei Bremerhaven und das Barockorchester la festa musicale.

Markuskirche Hannover, Hannover