NANA OU EST-CE QUE TU CONNAIS LE BARA? Tickets - Stuttgart, Theater Rampe

Event-Datum
Samstag, den 04. Mai 2019
Beginn: 20:00 Uhr
Event-Ort
Filderstr. 47,
70180 Stuttgart
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: Theater Rampe (Kontakt)

Insofern angeboten, können Schüler*innnen, Studierende, Wehr- und Bundesfreiwilligendienstleistende, Menschen mit Behinderungen sowie Personen im sozialen Jahr und Sozialhilfeempfänger*innen bei Vorlage eines amtlichen Ausweises Karten zum ermäßigten Preis erhalten. Gegen Vorlage der Stuttgarter "Bonuscard + Kultur" erhalten Sie eine freie Eintrittskarte für die meisten Veranstaltungen. Wir bitten die Ermäßigungsberechtigungen beim Einlass und an der Kasse unaufgefordert vorzuzeigen.
Ticketpreise
ab 16,00 EUR und Ermäßigungen
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Bild: Nana ou est-ce que tu connais le labra? - Theater Rampe
von La Fleur | Tanzperformance

Nana singt nicht gut, Nana spielt nicht gut, Nana tanzt nicht gut, aber hat sie einen tollen Hüftschwung. Sie verkörpert eine radikale Präsenz, die nicht nur auf der Bühne eine agressiv-erotische Verbindung zu ihrem Publikum herstellt, sondern auch im Leben. Diese wirkliche Welt unterscheidet sich in Zolas Roman kaum vom Theater, das nicht nur von seinem Direktor als Bordell bezeichnet wird. Nana ist darin eine erfolgreiche Unternehmerin, die ihren Körper als erste verfügbare Ressource einsetzt und dabei keine Risiken und Härten scheut. In diesem Unternehmen verlieren einige vormals sehr reiche Männer ihr gesamtes Kapital an Nana, manche lassen dabei sogar ihr Leben. Ein Journalist, der sich ihrem Einfluss genauso wenig entziehen kann wie alle anderen, deutet ihren unaufhaltsamen Aufstieg aus dem Schlamm der Pariser Trunkenbolde von Chateau Rouge in die Welt des Geldes und der Ehre als Rache des Proletariats an der Bourgeoisie.
Aber Nana ist gleichzeitig auch die perfekte Bewohnerin des Kapitalismus. Sie konsumiert ohne Unterlass und ohne Mass, rückhaltlos verleibt sie sich alles und jeden ein und dabei geht es ihr nicht um die Befriedigung von Bedürfnissen, sondern um das reine Konsumieren um seiner selbst willen. Fuer die Bourgeoisie, deren Aufstieg und Herrschaft eng mit dem Kapitalismus verbunden ist, ist Nana das systemerhaltende Element, dem Einzelne zwar zum Opfer fallen, aber nur um das System als solches von innen heraus zu stabilisieren.
Im 19. Jahrhundert war Nana ein bißchen Künstlerin und viel Kurtisane. Im 21. Jahrhundert ist sie Sexarbeiterin und Protagonistin der Performance-Szene, die weder Narration noch eine Rolle mehr braucht, sondern die wie eine Kim Kardashian an ihrem Image als unerschöpflichem Wert arbeitet und spektakulär den Moment krachen lässt. In der Elfenbeinküste und Westafrika gibt es gerade sehr viele Kims, sie heißen Emma Lohoues, Coco Emilia, biscuit de mer, Eudoxy Yao oder Diaba Sora.
Mit den Mitteln des urbanen Tanzes, im Besonderen des Coupé Décalé, und einer enormen physischen Intensität unternimmt die afrikanisch-europäische Gruppe La Fleur eine freie und zeitgenössische Adaption von Zolas Roman.


MIT
Alaingo
Friederike Becht
Annick Choco
Lino Makebo
DJ Meko
Mishaa
Ordinateur
Justus Ritter
Matthieu Svetchine
Elisabeth Tambwe
Franck Edmond Yao
Audrey Youayou

REGIE
Monika Gintersdorfer

CHOREOGRAFIE
Franck Edmond Yao, LA FLEUR

MUSIK
Timor Litzenberger

KOSTÜME
Abdoulaye Kone alias Bobwear

BÜHNE
Christ Mukenge, Lydia Schellhammer
Dramaturgie: Katinka Deecke

ANGEFERTIGT IN
Werkstätten der MC93

PRODUKTION
La Fleur

KOPRODUKTION
MC93 — Maison de la Culture de Seine-Saint-Denis, Theater Bremen, Pumpenhaus Münster

GEFÖRDERT DURCH
Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes
Bild: Theater Rampe Stuttgart

Informationen über das Theater Rampe in Stuttgart:
 
Geleitet wird das Theater Rampe in der Filderstraße in Stuttgart von Eva Hosemann. Es hat sich vorwiegend der deutschsprachigen Gegenwartsdramatik verschrieben und schnell einen überregionalen Ruf als Autorentheater erlangt. Die Auseinandersetzung mit bildenden Künstlern, Musikern und Tänzern sowie das projektbezogene, spartenübergreifende Arbeiten ist Teil der künstlerischen Konzeption des Theater Rampe. Das Programm des Theaters ist vielseitig und beinhaltet oft gewagte Spielarten des Andersartigen. Ur- und Erstauffühungen, Auftragsstücke, Autorenlesungen, Koproduktionen und Performances sind in den Spielzeiten teil des Geschehens im Theater Rampe.
 
(Text: Valeska Ober-Jung // Foto: stuttgarter-nachrichten.de)