Bild: Nathan der Weise - Hans Otto Theater
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Information zur Veranstaltung

Nathan der Weise 

Das Haus des jüdischen Kaufmanns Nathan hat gebrannt.
Fast wäre seine Tochter Recha in den Flammen umgekommen, doch ein Unbekannter hat sie gerettet. Der junge Held ist Christ und will mit Juden nichts zu tun haben. Aber nun hat er sich in das jüdische Mädchen verliebt. Allerdings ist auch er gerade erst dem Tod entronnen. Als Tempelherr kämpfte er mit dem Kreuzzugsheer gegen die muslimische Besatzung Jerusalems und geriet in Gefangenschaft des Sultans Saladin, der ihn jedoch unverhofft begnadigte. In Jerusalem leben Ende des 12. Jahrhunderts Juden, Muslime und Christen miteinander in einem zerbrechlichen Waffenstillstand. Misstrauen, Intoleranz und Gewaltausbrüche gehören zum Alltag. Der Sultan braucht zum Regieren dringend Geld, also ruft er den Geschäftsmann Nathan zu sich. Scheinbar nebenbei konfrontiert er ihn mit einer heiklen Frage: Welche Religion die wahre und richtige sei. Nathan antwortet mit einem Gleichnis, so überraschend und schön, dass Saladin ihn um seine Freundschaft bittet. Kurz darauf gerät Nathan erneut zwischen die religiösen Fronten. Denn als der Tempelherr erfährt, dass Recha christlich geboren war, ehe Nathan sie als Tochter annahm, entzündet er die Lunte am Pulverfass.

Weltweit prallen religiöse Überzeugungen aufeinander. Vorurteile, Hass, Fundamentalismus und Terror verhindern zunehmend einen friedlichen Dialog. In Lessings Drama von 1779 setzt der weise Jude Nathan den Alleinvertretungsansprüchen der Religionen ein humanistisches Menschenbild entgegen. Ist der »Nathan« nur ein utopischer Entwurf, der mit komödiantischem Witz auf Messers Schneide balanciert? Oder enthält er eine Botschaft für unsere Gegenwart?