Bild: Niklas Frank
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Information zur Veranstaltung

Niklas Frank

Eine Vergangenheitsbewältigung ganz besonderer Art ist diese Abrechnung eines Sohns mit seinem Vater. Und nicht von ungefähr hat sich der Journalist und Buchautor Niklas Frank journalistisch und als persönlich Betroffener sein Leben lang auch mit Auschwitz beschäftigt.
Der Vater, Hans Frank, Rechtsanwalt von Beruf, begabt, aber bald verlottert, wird 1933 als »alter Kämpfer« ministrabel. Zuerst Justizminister, 1939 dann Generalgouverneur Restpolens, wo er mit seiner ebenso raffgierigen Frau Polen und Juden ausplündert. Während gleichzeitig in den Vernichtungslagern um ihn herum systematisch die Endlösung praktiziert wird.
1945 setzt er sich mit seiner Beute nach Oberbayern ab, wird von den Amerikanern gefasst und im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess zum Tode durch den Strang verurteilt. Der Sohn, Niklas Frank, wurde von seiner Mutter in pietätvollem Gedenken an den feinsinnigen Vater erzogen.
Erst allmählich erkennt der Sohn in vollem Umfang, dass sein Vater Hans Frank einer der schlimmsten NS-Verbrecher gewesen ist. Niklas Franks Buch ist eine ebenso wüst-erbitterte wie schmerzende Abrechnung mit dem Vater, die Katharsis eines Unschuldigen, der sich dennoch beschuldigt fühlt.