Bild: Oratorium  Luther in Worms - Wetzlarer SingakademieBild: Oratorium  Luther in Worms - Wetzlarer Singakademie
Oratorium  Luther in Worms - Wetzlarer Singakademie Tickets jetzt im Vorverkauf sichern. Karten für das Oratorium Luther in Worms am 21.06.2017 in Worms. weitere Infos

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Information zur Veranstaltung

Die Wetzlarer Singakademie singt "Luther in Worms" von Meinardus

Das diesjährige Sommerkonzert der Wetzlarer Singakademie steht ganz im Zeichen des 500jährigen Jubiläums der Reformation. Zur Aufführung am 21. Juni 2017 in der Kirche St. Walburgis in Wetzlar-Niedergirmes kommt das nicht so bekannte Oratorium "Luther in Worms" von Ludwig Meinardus. Dieses Werk erzählt die Begebenheiten um die berühmte Rede Luthers vor dem Reichstag zu Worms am 18. April 1521. Die vorherige Verbreitung seiner Thesen sowie weitere Provokationen des Papsttums führten dazu, dass Luher vor Kaiser Karl V. Rede und Antwort stehen musste, was schließlich zum Bruch mit der römisch-katholischen Kirche führte.

Außerdem wird der Zuhöhrer aufgrund der Entstehungsphase des Oratoriums (1871 bis 1872) nach Gründung des Deutschen Reiches in eine Zeit voller Nationalpathos versetzt. Die vorherrschende protestantisch-lutherische Definition von "Kaiser und Reich" war, das göttlich-geistliche und das weltliche Reich stehen gleichberechtigt nebeneinander. Die damalige Vermischung von Protestantismus und Nationalismus führte schließlich dazu, dass der Reformator Martin Luther im Nachhinein als Volksheld verehrt wurde. So auch in Mainardus Oratorium, das er selbst als "ideeles Drama" beeichnete.
Musikalisch verbindet Meinardus überlieferte Kompositionstechniken und -formen, wie Fugen Polyphonie oder coro spezzato, mit der modernen Tonsprache der Romantik. Ein besonderes Merkmal des Oratoriums ist das Erinnerungsmotiv: Jeder auftretenden Firgur ist ein bestimmtes muskalisches Motiv zugeordnet, z.B. der Chroal "Ein feste Burg ist unser Gott" für Martin Luther. Dieses zieht sich durch alle Szenen hindurch, in denen die bestimmte Person auftritt. Je nach Stimmungslage variiert Meinardus das Motiv und schafft so eine zweite instrumentelle Deutungsebene. Das Orchester ergänzt diese durch eigenständige Interpretationen und Intensivierungen der Szenen.

Ebenfalls hervorstechend sind die Doppelchöre im zweiten Finale des Oratoriums. Die Anhänger Roms treten gegen die Anhänger Luthers auf und fordern seinen Tod. In sängerisch anspruchsvollen Doppelfugen zeigt sich die Überlegenheit der Glaubensgewissheit Luthers in einer klaren Melodik als Kontrast gegenüber seinen Feinden. Als musikalische Steigerung erklingt über diesem Widerstreit die Melodie des Lutherlieds "Vom Himmel hoch", jedoch mit einem anderen bezeichnenden Text: "Der römisch Götz ist ausgetan". Mit dieser Kompositionstechnik greift Meinardus gezielt auf das Bach´sche Vorbild aus dem Eingangschor der Mathäuspassion "Kommt, ihr Töchter, helft mir klagen" zurück.

Der Herausforderung, dieses vielschichtige Werk auf die Bühne zu bringen, stellt sich die Wetzlarer Singakademie zusammen mit dem Chor des Gießener Konzertvereins in bewährter Zusammenarbeit mit dem Symphonischen Orchesters des Stadttheaters Gießen unter der Leitung von Jan Hoffmann. Solisten sind: Naroa Intxausti - Sopran, Charlotte Quadt-Kohlhepp - Alt, Michael Siemon - Tenor, Philipp Meierhöfer - Bass, Grga Peroš - Luther