Bild: Paradies Spielen - Das Theater Erlangen
Das Stück Paradies Spielen des Theater Erlangen live erleben. Jetzt Karten im Vorverkauf sichern. weitere Infos

Information zur Veranstaltung

Ein Zug fährt durch Europa, bald ungebremst donnert er durch flüchtige Landschaften. Ein freundlicher Schaffner spricht von Verspätung, „von ein paar zerquetschten“ und dass „allerdings schon jetzt“ keiner mehr warte. Die Geschichte von fünf Zugpassagieren überkreuzt sich mit den Lebensgeschichten anderer Protagonisten dieses raum- und zeitgreifenden Alptraums. Am Krankenbett des Vaters stehen Mutter, Tochter, Sohn, gekleidet in sterilem Gewand, um keine Keime hineinzutragen in die offenen Wunden des Mannes, der schwere Verbrennungen erlitten hat. Und in China machen sich ein Mann und eine Frau auf den Weg, um als illegale Einwanderer mit dem Zug Italien zu erreichen. Am Mittelmeer suchen sie ihr Glück und eine Stelle als Schneider für Kleidung „Made in Italy“, wo sie die gleichen Arbeitsbedingungen vorfinden wie zu Hause und schließlich den Tod.

Mit „paradies spielen (abendland. ein abgesang)“ schloss der preisgekrönte Jungdramatiker Thomas Köck seine Klimatrilogie (paradies fluten, paradies hungern) ab. Für „paradies fluten“ wurde Köck, geboren 1986 in Steyr, Oberösterreich, mit dem renommierten Kleist-Förderpreis 2016 ausgezeichnet. Die ersten beiden Teile wurden an vielen Theatern bereits gespielt. Auffällig in Köcks Stücken sind sein Ideen- und Themenreichtum und seine hohe Musikalität im Umgang mit der Sprache. Thomas Köck überspringt mit seiner sprachlich kraftvollen Dramatik die Grenzen zwischen Prosa, Dramatik und Lyrik. In „paradies spielen (abendland. ein abgesang)“, wie auch in seinen anderen Theaterstücken, bohrt er sich tief ins historische Sediment. Seine Geschichten der Migrationsströme, der Brandherde und Ausgrenzungen der Welt, der Ausbeutung der Menschen und der Natur im 21. Jahrhundert kommen ohne die Vergegenwärtigung der Vergangenheit nicht aus.