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Ginge es nach den bisherigen Reaktionen von Presse und Publikum, hätte das neue Album von Patty Moon schon längst erscheinen sollen. Immerhin wurde bereits die zweite CD Lost In Your Head 2008 allseits hochgelobt. Der Stern bezeichnete die Produktion als „magisch“, der Kritiker der Jazzthetik beschrieb sie als „echtes Gesamtkunstwerk“ und das HiFi-Magazin Audio zeigte sich vom „filigranen Folk-Pop“ begeistert. Das Tango-angehauchte Stück Straight Alone fand den Weg in Wolfgang Murnbergers Film Mein bester Feind mit Moritz Bleibtreu. Zwei Jahre später schrieb Patty Moon gleich drei Stücke für Hans W. Geissendörfers Kino-Produktion In der Welt habt ihr Angst mit Anna Maria Mühe und Axel Prahl. Patty Moons drittes Album Mimi And Me wurde 2011 erneut gefeiert, zumal es teilweise mit Melodien überraschte, die unaufdringlich-elegant ins Ohr gingen. „Ein Wunderwerk, in dem man Elfen tanzen hört“ jubelte die Hörzu und Melodie & Rhythmus befand: „rätselhafte, herrliche Musik, die einer Kate Bush oder Tori Amos […] an Originalität in nichts nachsteht“.

Head For Home knüpft nun daran an und zeigt gleichzeitig neue Facetten. Die nachdenkliche Haltung ist noch da, ebenso wunderbar atmosphärische Arrangements mit kammermusikalischen Streichern und die für Patty Moon typische, bildgewaltige Poesie. Vielleicht sind ihre Melodien heute noch etwas traumverlorener, erscheinen zusammen mit manchen Harmoniewechseln bisweilen wie eine Schwarzwälder Antwort auf isländische Pop-Melancholiker. Schnell fällt auf, dass die Musik heute noch sparsamer und persönlicher klingt, näher an der Sängerin und am Hörer zu sein scheint als zuvor. Ähnlich einem Club-Konzert, bei dem die Künstlerin keine drei Armlängen entfernt sitzt und ganz direkt, ohne elektronische Effekte, beim Publikum ankommt.

Das bringt uns auf die Veränderungen bei Patty Moon. Aus dem ehemaligen Duo- ist ein Solo-Projekt geworden. Was zur Folge hat, dass neben den Kompositionen und Songtexten nun auch Arrangements und Produktion weitgehend von Patty Moon verantwortet werden. Als sei diese Herausforderung noch nicht genug, kümmert sie sich alleinerziehend um ihre fünfjährige Tochter. Das alles braucht Zeit, soll die Qualität keinen Schaden nehmen. „Ich habe oft nachts an den Stücken gearbeitet oder zu Kindergartenzeiten“, erzählt Patty Moon, „im Idealfall kamen so zwei bis drei konzentrierte Stunden zusammen.“ Ohne ihren langjährigen musikalischen Partner fließen nun einige Aspekte fokussierter in die Songs. Ein Faible für verschattete Töne hatte Patty Moon schon immer, wobei Melancholie nicht mit Trauer oder gar klagender Melodramatik verwechselt werden darf. Davor schützen Patty Moons Klaviermotive, die auch von Yann Tiersen sein könnten, und natürlich ihre glockenklare Stimme, der tremolierendes Pathos fremd ist. „Die Songs klingen jetzt genau so, wie ich sie in meinem Kopf gehört habe. Und die jeweiligen Stimmungen sind präsenter, klarer, weniger durch Produktionsdetails verkleidet als früher.“