Bild: Philip Glass
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Information zur Veranstaltung

Philip Glass wuchs in einem musikalischen Elternhaus auf: Sein Vater war Schallplattenhändler. 
Als Sechsjähriger lernte er Violine, dann folgte die Flöte. Mit Acht wurde er Schüler am »Peabody Conservatory«, als Zehnjähriger spielte er bereits in lokalen Orchestern. 
Von 1952 bis 1956 studierte er Mathematik und Philosophie an der »University of Chicago«. In dieser Zeit beschäftigte er sich intensiv mit der Zwölftontechnik.

Von 1959 bis 1962 studierte er Klavier an der »Juilliard School of Music New York«, Mitschüler war Steve Reich. 1964 ging er nach Europa, wo er in Paris bei Nadia Boulanger studierte, die ihn damals entscheidend prägte. In Paris begegnete Glass 1965 dem indischen Sitarvirtuosen Ravi Shankar und kam so zum ersten Mal in engen Kontakt mit indischer Musik und Denktradition, auch mit asiatischem Rhythmus- und Zeitverständnis. Tief beeindruckt bereiste er Indien und Länder Asiens, des Vorderen Orients und Afrikas. Er wurde Buddhist. 1972 traf er Tendzin Gyatsho, den vierzehnten Dalai Lama; seit diesem Treffen gilt Glass als wichtiger Unterstützer des tibetischen Freiheitsstrebens.

Nach seiner Rückkehr in die USA gründete Glass 1970 das »Philip Glass Ensemble«, damit seine Kompositionen gespielt werden, da kein Orchester ihn anfragte. Er wurde sein eigener Veranstalter, buchte Konzerthallen und auch Orte, an denen sonst keine zeitgenössische Musik gespielt wurde. 
Das bedeutendste Werk dieser Jahre ist die vier Stunden lange Komposition »Music in Twelve Parts«, die Glass 1971 begann und bis 1974 immer wieder veränderte. 
Um sein Lebens zu finanzieren gründete Glass zusammen mit seinem Kollegen Steve Reich ein Umzugsunternehmen, bei dem er selbst arbeitete. 
1976 wurde Glass’ bis dato erfolgreichste Oper »Einstein on the Beach«, Resultat seiner ersten Zusammenarbeit mit Robert Wilson, in Avignon uraufgeführt. Der triumphale Erfolg machte Philip Glass weltweit bekannt. Dennoch lebte der Komponist in dieser Zeit alles andere als finanziell gesichert, so arbeitete er nebenbei als Taxifahrer, Klempner, Möbelpacker und Kellner. 
Ein Grund für diese Nöte war auch, dass Glass für die beiden New Yorker Aufführungen von »Einstein on the Beach« die »Metropolitan Opera« gemietet hatte. Und obwohl beide Vorstellungen ausverkauft waren, trugen sie ihm 90.000 Dollar Schulden ein.

Vor allem durch seine Musik zum Film »Koyaanisqatsi« von 1982 wurde Philip Glass auch außerhalb der engen Grenzen zeitgenössischer Musik bekannt, er galt fortan als Komponist der New-Age-Bewegung. Weitere Filmmusiken folgten, u.a. eine neue Partitur für den Horrorfilm-Klassiker »Dracula«, für den Martin-Scorsese-Film »Kundun« (erste Oscar-Nominierung), 
die Satire »Die Truman Show« und für »The Hours« (zweite Oscar-Nominierung). 

Glass gilt als einer der produktivsten Komponisten der Gegenwart: In den letzten 25 Jahren hat er mehr als zwanzig Opern komponiert, zehn Sinfonien, zwei Klavierkonzerte und Konzerte für Violine und Saxophonquartett. Dazu kommen Filmmusiken, Streichquartette und Musik für Klavier solo.