Psychiatrie als Ordnungsmacht? Tickets - Frankfurt am Main, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychoth

Event-Datum
Freitag, den 04. Mai 2018
Beginn: 19:00 Uhr
Event-Ort
Heinrich-Hoffmann-Straße 10,
60528 Frankfurt am Main
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: Haus am Dom (Kontakt)

Ermäßigte Preise gelten für Schüler/innen, Auszubildende, Studierende (bis 30. Lebensjahr), Arbeitslose, Schwerbehinderte, Empfänger/innen von Sozialhilfe, Rentner/innen, Senioren (ab 65. Lebensjahr) sowie Inhaber/innen von Ehrenamtscard oder Frankfurtpass. Die Gewährung der Vergünstigung bedarf des Nachweises.
Eintritt bei Abendveranstaltungen für Kulturpass-Inhaber beträgt 1 € (Karten gibt es nur im Haus am Dom)
Ticketpreise
ab 0,00 EUR
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Psychiatrie als Ordnungsmacht?

Bild: Psychiatrie als Ordnungsmacht?
Vortrag von Prof. Andreas Heinz, Universitätsklinikum Berlin, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (CCM)

Die Zwangssterilisation und massenhafte Ermordung psychisch kranker Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus wurde auch durch eine vorhergehende Entwertung der Lebenserfahrungen und Äußerungen dieser Personen ermöglicht. Dazu zählen Vergleiche mit anderen als vermeintlich »minderwertig« angesehenen Personengruppen wie beispielsweise den angeblich »primitiven« Bewohnern der Kolonien. Dazu zählen aber auch antisemitische Äußerungen psychiatrischer Gutachter nach der Münchner Räterepublik über die dort aktiven Revolutionäre. Jenseits solcher offenkundiger Versuche zur gewaltsamen »Normalisierung« der Bevölkerung anhand sozial-darwinistischer und rassistischer Stereotype stellt sich die Frage nach dem Bezug psychiatrischer Diagnosen auf Norm- und Wertsetzungen. Eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Krankheitsbegriff zeigt, dass der Unterscheidung von gesund und krank immer eine wertebasierte Zuschreibung »gesunder« und lebenswichtiger Funktionen vorausgeht. Es stellt sich also
die Frage nach den spezifischen Werten, denen sich eine humanitär orientierte Psychiatrie stellen muss.

Adresse:
Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Universitätsklinikum Frankfurt,
Heinrich-Hoffmann-Straße 10, Hörsaal

Eintritt frei


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Teil des Programms zur Ausstellung erfasst, verfolgt, vernichtet.
10. April -17. Mai 2018
Zollamtssaal

Die Ausstellung beschäftigt sich mit den ideologischen und institutionellen Voraussetzungen der Morde an kranken und behinderten Menschen während des Nationalsozialismus. Sie rekonstruiert die Formen der Ausgrenzung, die Praxis der Zwangssterilisation ab 1934 und die NS-„Euthanasie“ selbst.
Exemplarisch werden Opfer vorgestellt und ihre Geschichten erzählt. Parallel wird die Organisation der Tat, das Engagement der Täter und Tatbeteiligten untersucht. Teil der Ausstellung ist auch die Auseinandersetzung mit dem Geschehen nach 1945.
DK

Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychoth, Frankfurt am Main