Bild: Richard III. - BüchnerBühne RiedstadtBild: Richard III. - BüchnerBühne Riedstadt
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Information zur Veranstaltung

Nach dem "Sommernachtstraum", "Hamlet" und "Viel Lärm um nichts" wird die BüchnerBühne im Oktober ihre vierte Shakespeare-Produktion zur Premiere bringen: Die Tragödie von "König Richard III."

In einer öffentlichen Probe bietet der Regisseur Christian Suhr anhand einzelner Szenenauszüge eine Einführung zur Beschäftigung mit diesem Stoff an. Alle Probleme, die Shakespeare auf die Bühne bringt, alle Fragen, die er stellt, sind an uns gerichtet - heute. Hamlet, Lear, Richard III gehören nicht nur der Vergangenheit an. Othello, Desdemona sind weder romantische Bilder noch abstrakte Kreationen: Ihre Handlungen beleuchten unser Schicksal und unsere Handlungen, ihr Schicksal betrifft uns direkt, ihre Gewalt gehört zu uns, der Gewalt unserer Zeit.

Shakespeare ist – wie schon der polnische Theatertheoretiker Jan Kott ausführlich beschrieb – in diesem Sinne immer unser Zeitgenosse. Wir erleben gerade, angesichts immer größer werdender Bedrohungen und Krisen für die Menschenheit als Ganzes, weltweit die Renaissance egozentrischer Politikdarsteller, die jedwedes politische System ihren persönlichen Machtinteresssen zu unterwerfen versuchen und dabei weder auf Alliierte, Fakten noch auf die Bevölkerung Rücksicht nehmen … Es ist hierbei bemerkenswert, wie selbst offen zur Schau getragene Skrupellosigkeit geeignet erscheint, selbst in Demokratien Anhänger & Wahlen zu gewinnen …

„Richard liebt Richard!“

Ob Trump, Bolsonaro oder Orban (um nur einige zu nennen) - sie alle hätten sicher ihre helle Freude am Auftreten unserer Titelfigur (wenn sie denn je ein Theater besuchten …)

Als Frühgeburt aus dem Mutterleib verstoßen, hinkt Richard durch die Welt. Im Krieg trieb ihn sein Haß zu großen Taten, im Frieden fühlt er Macht - und Wirkungslosigkeit. Er plant deshalb den großen Auftritt: als skrupelloser Bluthund im Königsdrama – eine Krone als Entschädigung für alle Kränkungen! Richard wäre gerne König. Aber die Erbfolge steht ihm im Weg. Es regiert sein Bruder Edward IV. und auch sein anderer Bruder George ist noch vor ihm an der Reihe. Dazu dieser und jener Rivale, der beseitigt werden muss. Richard braucht List, Energie und das kalte Lächeln des Siegers. Von allem hat er allerdings mehr als genug. Ein offen niederträchtiger Politikdarsteller zwischen Sein und Schein, verfolgt er seine Pläne virtuos und macht dabei das Publikum zum Komplizen. Ein Wortverdreher par excellence, der beweist, wie wenig Worte wert sein und dennoch töten können. Wer ihm zuhört, schwankt zwischen Bewunderung und Abscheu, denn Richards Lust ist eine bizarre Feier der eigenen Legende: ´Richard liebt Richard´. Abgrundtief grausam und zynisch bahnt er sich seinen Weg zur Macht, zum Tyrannen Richard III.