Bild: Rübezahl und der Sackpfeifer von Neiße
Rübezahl und der Sackpfeifer von Neiße Tickets für Aufführungen vom Theater Philharmonie Thüringen. Karten jetzt im Vorverkauf sichern. weitere Infos

Information zur Veranstaltung

„Je ärger die Enge, je lust‘ger der Spaß, je bunter die Menge, je toller ich blas‘.“ Ruprecht

Liebe zu einer Frau oder Loyalität gegenüber den Menschen, die ihn zu ihrem Anführer im Freiheitskampf gegen den Tyrannen erkoren haben – das ist das Dilemma, in welchem sich der junge Maler Wido befindet. Denn Widos Geliebte Gertrud ist ausgerechnet die Ziehtochter des Vogtes Buko, der die Bevölkerung der Stadt Neiße am Fuße des Riesengebirges grausam unterdrückt, ausbeutet und dabei auch noch verspottet. In seiner Verzweiflung ruft Wido den sagenumwobenen Berggeist Rübezahl herbei, der auch prompt erscheint. Bald nimmt Rübezahl die Gestalt eines Dudelsackpfeifers an, der als einfacher Musikant daher kommt und doch manches durcheinander bringt.

Rübezahl, eine Sagengestalt aus dem Riesengebirge, fasziniert seit der Renaissance. Mal bringt er Menschen vom rechten Weg ab, mal tritt er als ihr Beschützer auf. Oft nimmt er die Gestalt anderer an, treibt seinen Schabernack und greift in die Geschicke ein. Die Oper Rübezahl und der Sackpfeifer von Neiße handelt aber auch von der Kraft der Liebe, der Macht der Musik und der zivilisatorischen Bedeutung von Kunst.

Bevor Hans Sommer (1837-1922) als Komponist bekannt wurde, war er als Professor für Mathematik und Physik am Braunschweiger Polytechnikum tätig. Nebenher studierte er privat Musik, u. a. als Schüler von Franz Liszt in Weimar. 1875 begegnete er Richard und Cosima Wagner; ein Jahr später war er deren Gast bei den ersten Bayreuther Festspielen. Sommer schrieb insgesamt zehn Opern. Sein op. 36, Rübezahl, wurde 1904 in Braunschweig mit großem Erfolg uraufgeführt und kam ein Jahr später – unter dem Dirigat von Richard Strauss, mit dem ihn eine enge Freundschaft verband – in Berlin und Weimar zur Aufführung. Jetzt ist die mit spätromantischer Klangfülle aufwartende Oper erstmals wieder zu erleben.