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Zac Little von Saintseneca hat viel über Erinnerungen nachgedacht. Nicht unbedingt seine Erinnerungen, auch wenn sie sich dabei oft einschleichen. Vielmehr denkt er über die Idee der Erinnerung selbst nach: ihre Belastbarkeit, ihre Unschärfe, wie sie uns entwischt, wenn wir versuchen, uns daran festzuhalten und wie sie wieder auftaucht, trotz aller Bemühungen, sie zu vergessen.

Erinnerung ist der rote Faden, der sich thematisch durch das vierte Album - Pillar of Na betitelt - der Columbus Folk-Punk-Band zieht, das im Spätsommer über Anti-Records erscheint. Nach den von der Kritik hoch gelobten Werk Such Things aus dem Jahre 2015, basiert der Name des neuen Albums auf der Erinnerung und bezieht sich auf die Genesis-Geschichte von Lots Frau, die auf ein brennendes Sodom zurückblickt, nachdem Gott sie angewiesen hat, es nicht zu tun. Sie schaut zurück, und Gott verwandelt sie in eine Salzsäule. "Na" ist das chemische Symbol für Natrium. "Nah" ist eine passive Verweigerung und das universelle Liedwort. Es bedeutet nichts und steht für nichts. Es ist "wie es ist".

Wie Lots Frau kann Little nicht anders, als darüber nachzudenken, wo und wie er aufgewachsen ist - in einer Kirche im südöstlichen Appalachian Ohio. Dort fing er bereits als Teenager an zu Predigen, manchmal im kleinen ländlichen Rahmen und manchmal auch vor Versammlungen tausender Gläubiger. Aber heutzutage interessiert er sich mehr für das Zuhören und Fragen.

Musikalisch ist Pillar of Na das bislang ehrgeizigste Album von Saintseneca, wobei Little darauf abzielt, Genreelemente zu integrieren, die er selten in Folk gehört hat. "Ich wollte das Idiom Folk-Rock, oder wie immer man es nennen möchte, verwenden und versuchen, etwas zu tun, was vorher noch nie gemacht wurde", erklärt Little. "Ich wollte mich zurückbesinnen, alte Folk-Melodien ausgraben und sie mit Punk Rock verknüpfen, um sie der Zukunft zuzuwenden. Ich möchte Violent Femmes auf den neuen Blade Runner Soundtrack treffen lassen. Ich suche nach der Schnittmenge zwischen Kendrick Lamar und der Fairport Convention."

"Du wirst immer im Folk Erbe verwurzelt sein", fährt Little fort und bestätigt seine früheren Aufnahmen, darunter drei Alben (das zuvor erwähnte Such Things, Dark Arc aus dem Jahre 2014 und das 2011er Last) und drei EPs (The Mallwalker von 2016, Grey Flag von 2010 und Saintseneca von 2009). "Aber man sollte uns vorwärts gehen. Ich versuche nicht, die verlorene Velvet Underground B-Seite zu machen. Ich möchte etwas schaffen, das noch nie zuvor gehört wurde, oder dies zumindest versuchen."

Auf Pillars Of Na kommt er seinem Ziel einen weiteren Schritt näher, wovon man sich live auf der Tour zum neuen Album Ende des Jahres auch auf europäischen Bühnen überzeugen kann. Und wer Bands wie Arcade Fire feiert, der sollte sich auch Saintseneca nicht entgehen lassen!