Bild: Sarajevo - Theater der ImmoralistenBild: Sarajevo - Theater der Immoralisten
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Information zur Veranstaltung

Sarajevo ist der Ort, an dem der Student Gavrilo Princip den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und dessen Frau Sophie ermordet. Mit diesem Attentat beginnt am 28. Juni 1914 jene Bombe zu ticken, deren Explosion die ganze Welt für immer verändern wird. Hundert Jahre später blicken wir zurück. Nicht aus Nostalgie. Wir blicken in die Welt von heute und sehen eine erschreckend anwachsende Zahl von nationalistischen Egomanen in mächtigen Staatsämtern und eine noch größere Anzahl von großmannsüchtigen Schranzen, die gerne große Staatsmänner wären. Nationalismus ist das Thema der Stunde, der Finger am Abzug scheint auch heute wieder erstaunlich locker zu sitzen. Doch sind die mächtigen Männer unserer Zeit, die Erdogans, Trumps und Putins wirklich gefährliche Despoten? Sind sie den impotenten Säbelrasslern von damals, den Wilhelms mit ihrem Federbusch und ihrer großen Klappe nicht viel näher? Krieg will doch eigentlich keiner. Und doch marschieren 1914 plötzlich die Truppen, fällt der ersten Schuss dieser größten Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Und heute? Steht wieder Krieg vor der Tür?

Die Welt vor hundert Jahren ist uns nah und fremd zugleich. Ein Kostümball mit Säbelrasseln, Kavallerie und Operettenbällen. Der Zweite Weltkrieg ist aggressiver und wird von antagonistischen Ideologien bestimmt. Der Erste Weltkrieg jedoch ist ein Krieg der Nationalismen und erscheint zu keinem Zeitpunkt zwingend. Traumwandlerisch driften die Akteure durch die Wochen nach dem Attentat und folgen den vielfältigen Bündnislinien die sich rot leuchtend über die Landkarte spreizen. Der Schuss in Sarajevo bringt den Zeitzünder in Gang. Die Bombe tickt. Die Herrscher der Nationen werfen sich die Bombe gegenseitig zu, keiner versucht sie zu entschärfen. Wir verfolgen beide Wege bis zur Explosion: die Planung des Attentats bis zur Ausführung und die Reaktion auf das Attentat bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs: Das ist unser Stück.