Bild: Sehnsucht - Recherche über ein starkes Gefühl - Literaturfestival
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Information zur Veranstaltung

Ein Literaturfestival im Stuttgarter Literaturhaus

Das existentielle menschliche Gefühl der Sehnsucht, die sich in ihrer Ambivalenz aus bittersüßem Schmerz kaum in andere Sprachen übersetzen lässt, war schon immer zentrales Motiv künstlerischen und literarischen Schaffens – von sehnsüchtigen Minneliedern bis tief hinein in die Gegenwartsliteratur. Das vergebliche Begehren und schmerzliche Verlangen nach dem Unerreichbarem hat über viele Jahrhunderte literarische Blüten getrieben. Mit der Moderne indes zogen vielfach Ernüchterung und Realitätssinn ein; doch seit einiger Zeit ist die Sehnsucht wieder zunehmend präsent. Folgt man den Soziolog*innen Swetlana Boym und Zygmunt Baumann, grassiert sogar eine „globale Nostalgie-Epidemie“. Diese hat weitreichende gesellschaftliche und politische Folgen: Die Sehnsucht nach Kontinuität und Stabilität in einer fragmentierten Welt verklärt das Vergangene, überkommen geglaubtes wird wieder sag- und publizierbar und steht für uneinlösbare Heilsversprechen. Auf einem schillernden Sehnsuchtstableau kommen wir über drei Tage im Stuttgarter Literaturhaus ins Gespräch mit deutschsprachigen wie internationalen Gästen aus den Bereichen Literatur, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft.

Sehnsüchtig erwartet werden die Schriftsteller Uwe Timm, Lukas Bärfuss, Aris Fioretos und Arnold Stadler, die Lyrikerin und Prosaautorin Marion Poschmann, die Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken und die gefeierten Opernregisseure Jossi Wieler und Sergio Morabito. Über die portugiesische Sehnsucht denken wir mit Vinicius Jatoba nach, einem brasilianischen Schriftsteller, der im Rahmen seines Stipendiums auf der Akademie Solitude einen exklusiven Beitrag für das Festival schreiben wird. Angefragt sind noch zahlreiche weitere Autor*innen und Künstler*innen, deren Nennung Sie in Kürze hier finden werden. Unser Programm im übrigen dann auch!

Vier ausgewählte Filme begleiten zudem das Festival im atelier am bollwerk. Und ein „zwischen/miete Spezial – Junge Literatur in Stuttgarter WGs-Format“ lädt unser jüngeres Publikum ein zur Sehnsuchts-Late-night-show im Kunstverein in den Wagenhallen mit Lesungen, Performance, Musik und Visuals.