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Bild: Swoosh LieuBild: Swoosh Lieu
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Information zur Veranstaltung

„Eine Frau muss Geld und ein eigenes Zimmer haben, um schreiben zu können“, so Virginia Woolf 1929 in ihrem Essay „A Room of One’s Own“. Über 90 Jahre später ist diese Allegorie auf finanzielle und räumliche Unabhängigkeit aktueller denn je. Während wir in der Corona-Krise einen feministischen Backlash erleben, verschließen sich für Frauen* immer wieder Türen, ihre Räume werden immer kleiner gemacht oder ihnen ganz weggenommen. In einer audiovisuellen Bearbeitung des Textes von Woolf fragen Swoosh Lieu danach, wie die Räume aussehen müssen, in denen wir uns emanzipieren und selbstverwirklichen können. Mit welchen Mitteln müssen wir uns diese Räume erzählen, wie sie uns vorstellen, um sie tatsächlich auch entstehen zu lassen? Das Publikum bewegt sich durch die Geschichte von räumlichen Settings, die Frauen* sich genommen, gestaltet und verteidigt haben bis hin zu einer utopischen Zukunft dieser Räume, in denen Platz für alle ist und wir nicht alleine sind.

SWOOSH LIEU sind Theatermaschinistinnen, Spezialistinnen der Gewerke, Agentinnen der Mittel des Theaters, Forscherinnen an den Rändern der Form. Das Kollektiv schafft temporäre Räume und Bilder in Echtzeit und thematisiert gleichzeitig ihre Herstellung. So öffnet sich der Ort des Theaters für gesellschaftspolitische Analogien, die aber stets mit seinen Mitteln verhandelt und erfahrbar gemacht werden. Beständig arbeiten sie an der Konstruktion einer Maschine, die Bilder produziert und demontiert. Ihre Bauteile sind die Mittel des Theaters – Raum, Licht, Ton, Video. Ihr Bauplan besteht aus Logik und Ort des Theaters, Regeln von Kunstproduktion, Verhältnis von Kunst und Handwerk, der während die Maschine läuft kontinuierlich immer wieder modifiziert wird.


Die Maschine ist ein utopischer Wahrnehmungsraum, sie versucht unsere Wahrnehmung auf uns und die Gesellschaft zu verändern. Sie will eigene Assoziationen und Narrationen wecken, anstatt fertige Wahrheiten zu präsentieren. Die Maschine wird überholt, um die Grundannahmen des Theaters in Frage zu stellen. 
Die Werkzeuge der Maschine sind die Werkzeuge des Theaters, sie arbeiten gleichberechtigt und komponieren hierarchiefrei abseits von männlich konnotiertem Schöpfertum. Die Maschinistinnen schreddern die Fricklergesten des männlichen Techniknerds und schrauben an basisdemokratischen Arbeitsmethoden als kontinuierliche Überprüfung der eigenen Expertise innerhalb einer Situation des Solidarischen und Gemeinschaftlichen.

Als SWOOSH LIEU arbeiten aktuell Johanna Castell, Katharina Pelosi und Rosa Wernecke zusammen. Sie studierten am Institut für Angewandte Theaterwissenschaften in Gießen und realisieren seit 2009 gemeinsam mit anderen Künstlerinnen Projekte im Bereich Performance und Installation. 2012 entstand im Rahmen des Projektensembles PET 10 (Tanzlabor_21 / Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt am Main) die Tanzperformance Everything but Solo, in der die Bühne als audiovisuelles Dispositiv die Bewegungen von vier Tänzerinnen choreografiert. Auf Einladung der Aufführungsreihe „Implantieren auf Naxos“ erarbeiteten sie im Herbst 2013 die performative Installation The Factory - Eine Besetzungsprobe speziell für die Frankfurter Naxoshalle und wurden mit der Arbeit zur Tanzplattform Deutschland 2014 eingeladen. Im selben Jahr realisierte das Kollektiv in Zusammenarbeit mit den Techniker_innen des Hauses Stages of work - ein offener Umbau, die Performance beschäftigte sich anlässlich des 25. Jubiläums des Künstlerhaus Mousonturm mit Arbeit hinter der Bühne.