Terje Isungset (Norwegen): Nordische Klänge aus Eis Tickets - Bad Wildungen, Wandelhalle

Event-Datum
Dienstag, den 16. Januar 2018
Beginn: 19:30 Uhr
Event-Ort
An der Georg Victor Quelle 3,
34537 Bad Wildungen
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: Staatsbad Bad Wildungen GmbH (Kontakt)

Ermäßigte Karten für Inhaber der Kurkarte sowie bei Vorzeigen von Schüler / Studentenausweis.
Bitte denken Sie daran, im Fall einer Ermäßigung den erforderlichen Nachweis am Einlass bereit zu halten.
Ticketpreise
ab 23,00 EUR
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Bild: Terje Isungset
Der norwegische Perkussionist Terje Isungset ist einer der gefragtesten und interessantesten Musiker Skandinaviens.
Ende der 80er Jahre machte er sich auf die Suche nach einem individuellen Schlagzeugsound. Er wurde fündig in der rauen, verzauberten Bergwelt Norwegens. Bisher wirkte er bei mehr als 50 Folk- und Jazz-CDs mit (Utla, Groupa, Annbjörg Lien, Arve Henriksen, Karl Seglem, Nils Petter Molvaer u.a.), und erforscht immer wieder die Klänge ungewöhnlicher Materialien: So entwickelte er 2011 als Auftragsarbeit der Kulturhauptstadt Tallin zusammen mit estnischen Glasbläsern und dem Trompeter Arve Henriksen ein Konzert auf Instrumenten aus Glas. Für die Bergener Festspiele 2017 war er Ideengeber und künstlerischer Leiter eines Musik-und Kunstprojektes, für das ausschließlich Plastikmüll aus der Nordsee verwendet wurde.
Seit mehr als 15 Jahren beschäftigt er sich mit Eis-Klängen, eine Herzensangelegenheit, die ihm quasi schon mit seinem Namen“ Isungset“ (Is=Eis) in die Wiege gelegt wurde. Schon legendär ist sein Eisfestival, das er zum 1. Vollmond eines neuen Jahres in der Berggemeinde Geilo organisiert. In tagelanger Handarbeit fräst er aus riesigen Eisblöcken sein Instrumentarium: ein tief tönender Eisbassblock, Eistrompete, Eishorn, Chimes und das Iceophon, eine Art Xylophon aus dem kalten Material, das er mit Handschuhen zum Klingen bringt. Seine Konzerte, bei denen er mit unterschiedlichen Musikern und Sängerinnen auf der Bühne steht, sowie von einem Eisassistenten und einem hervorragendem Tontechniker unterstützt wird, hat er logistisch in den letzten Jahren so perfektioniert, das er sie ganzjährig outdoor und indoor spielen kann. Diese Leidenschaft und die sechs CD-Produktionen mit Eisinstrumenten erfahren mittlerweile weltweite Aufmerksamkeit. Die Financial Times stellte Terje Isungset im Nov. 2016 als bisher einzigen Norweger in der Rubrik "First person" vor. Einladungen bekam er u.a. nach London, Istanbul, Tokio und Canberra.
Im Januar 2018 ist er mit der herausragenden Sängerin Maria Skranes in München engagiert, wo er drei Konzerte auf dem Dach eines neuen Kulturzentrums spielen wird. In Kooperation mit dem Flensburger Büro für skandinavische Musik „Nordpool“, das regelmäßig mit Terje Isungset zusammen arbeitet, ist es kostengünstig möglich, dass der Künstler- und Techniktross samt dem Kühlwagen mit den Eisinstrumenten auf dem Rückweg gen Norden in Flensburg für ein Konzert Station macht. Eine wahrscheinlich einmalige Gelegenheit, diese Klangwelt auch hier zu präsentieren. Ebenfalls in Kooperation mit Nordpool werden wir ein Video zusammen stellen, in dem wir mit Interviews und Filmberichten dem Publikum vor dem Konzert die Hintergründe und die Faszination der Arbeit von Terje Isungset noch etwas näher bringen wollen.

In einem Interview für den BR sagte Terje Isungset:
„Ich könnte ein Buch schreiben über alle Erfahrungen, die ich mit den Eisinstrumenten gemacht habe. Es ist ein Abenteuer! Das Wichtigste ist für mich, dass ich Respekt entwickelt habe für die Natur und die Naturkräfte, und wie diese auf meine Musik wirken. Ich bin auch immer wieder erstaunt, wie warm diese Eisklänge sind, ja ich würde fast sagen, wie menschlich - auf eine gewisse Art.. Auf alle Fälle hat das Eis etwas zu sagen.“

Trotz des großen Erfolges wäre aufgrund der hohen Kosten und des enormen Zeit- und Arbeitsaufwandes dieses künstlerische Abenteuer nicht möglich, wenn Terje Isungset als Musiker nicht kontinuierlich mit öffentlichen Geldern in seiner Heimat unterstützt würde.
„Norwegen ist generell ein Kulturland, es wird sehr viel Geld für Kultur ausgegeben, besonders auch für nicht kommerzielle und experimentelle Projekte. Wenn ich in einem anderen Land der Welt wohnen würde, dann hätte ich ohne die staatliche Förderung wahrscheinlich nie meine Idee, die Welt des Eises zu erforschen, verwirklichen können.“

Wandelhalle, Bad Wildungen