Bild: Terror - Altes Schauspielhaus Stuttgart
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Information zur Veranstaltung

TERROR
Schauspiel von Ferdinand von Schirach
„Die Frage ist doch, ob die Tötung Unbeteiligter in einem Extremfall erlaubt ist.“

Major Lars Koch, Pilot eines Kampfjets der Bundeswehr, Typ Eurofighter, steht vor Gericht. Die Anklage: Massenmord. Ihm wird zur Last gelegt, am 26. Mai 2013 ein Passagierflugzeug auf dem Flug von Berlin nach München abgeschossen und die dort an Bord befindlichen 164 Menschen getötet zu haben. Die Maschine war zuvor von Terroristen gekapert worden und diese hatten Kurs auf die Allianz-Arena in München nehmen lassen, die anlässlich eines Fußball-Länderspiels mit 70.000 Zuschauern ausverkauft war.

Major Kochs Befehl lautete, den gekaperten Airbus vom Kurs abzudrängen, was ohne Erfolg blieb. Die verbleibende Zeit, eine Katastrophe zu verhindern, verstrich, ohne dass ihn ein neuer Befehl erreichte. So handelte er eigenmächtig und schoss das Flugzeug in Anbetracht des drohenden Unheils ab, wofür er gewillt ist, die Verantwortung und auch die Konsequenzen zu tragen. Offen ist jedoch die Frage, ob Major Koch angesichts der Sachlage richtig gehandelt hat. Ist seine Entscheidung moralisch vertretbar, vielleicht sogar rechtlich begründbar? Agierte er alleinverantwortlich nach bestem Wissen und Gewissen oder gab es andere Personen, die eine Entscheidung verweigert haben? Wer hat versagt? Mit „Terror“ stellt Ferdinand von Schirach sein erstes Theaterstück vor. Der frühere Strafverteidiger und „Prominenten-Anwalt“, der seit 2009 als Schriftsteller tätig ist, geht hier der Frage nach, ob man angesichts einer Gefahr Leben gegen Leben, ein kleineres gegen ein größeres Unheil abwägen darf. Was ist moralisch, was rechtlich vertretbar? Welche Kriterien sind ausschlaggebend für Vorgehensweisen dieser Tragweite und wer hat die Verantwortung hierfür zu übernehmen? Und wie werden die Schöffen angesichts dieser zu klärenden Fragen entscheiden?

5. Februar bis 12. März 2016
im Alten Schauspielhaus

Inszenierung: Harald Demmer