Bild: Tonbruket
Tonbruket Tickets jetzt im Vorverkauf sichern. Karten für Tonbruket im Rahmen der Tour 2016. weitere Infos

Information zur Veranstaltung

Tonbruket (S)
Forevergreens

KURZ
Der e.s.t. Bassist (Esbjörn Svensson Trio) Dan Berglund, Johan Lindstöm (g), Martin Hederos (keys/p) und Andreas Werliin (dr) öffnen und verlassen sogleich jede Genre-Schublade. Ihren einzigartigen Sound mit Neo-Folk, Jazz-, Psychedelic- Progrock und sogar Metal-Elementen kann man schon ihrer Experimentierfreudigkeit wegen Jazz nennen; Instrumentaler Rock oder Folk-Avantgarde wären aber auch zutreffend.

INFO
Musikalische Schubladen funktionierten für die schwedische Soundfabrik Tonbruket um den e.s.t. (Esbjörn Svensson Trio) Bassisten Dan Berglund und den Gitarristen Johan Lindstöm noch nie. Gemeinsam mit Martin Hederos, u.a. Mitglied der Indierockband „The Soundtrack of Our Lives“, an akustischen und elektronischen Tasteninstrumenten und Schlagzeuger Andreas Werliin, entsteht vielmehr ein einzigartiger, zwischen Jazz, Psychedelic Rock und Neo-Folk ineinander fliessender Sound. Die ersten drei Alben beschrieben eine andauernde Reise: „Tonbruket“ (2009), „Dig It To TheEnd (2010) und „Nubium Swimtrip“ (2013) ergeben rückblickend ein untrennbares Kontinuum, auf dem die Band konsequent eine Tendenz von herkömmlichen Jazzformaten hin zu instrumentalen Rock beschreibt.

‘Forevergreens'

Am Anfang des neuen Albums ‘Forevergreens' stand auch das Ende einer Schaffensphase. Nach ihrem letzten Road Trip „Nubium Swimtrip“ waren die vier Musiker über einen längeren Zeitraum hinweg mal wieder in zahlreiche andere Projekte involviert - wovon die Gruppe ja wiederum lebt. Und diese anderen Vorhaben wollen schon daher ebenso gepflegt werden. Andreas Werliin konzetrierte sich also stärker auf seine Bands „Fire!“ und „Wildbirds & Peace Drums“. Berglund, Lindström und Hederos nahmen den Auftrag an, die Musik für eine Kaurismäki-Inszenierung am Royal Dramatic Theatre Stockholm beizusteuern. Passend zur Ästhetik des finnischen Regisseurs besetzte die Band die musikalischen Ränder unter anderem mit einigen Tangos und Polkas, die ihnen auch selber neue Anknüpfungspunkte gaben. Vollgeladen mit diesen Impressionen fanden sie sich schließlich wieder mit Werliin unter dem Banner von Tonbruket zusammen, um mal wieder ganz neue Musik zu erfinden.

Das vierte Album ist ein kompletter Neuanfang. Einige Stücke sind extrem leise, romantisch, akustisch verjazzt, während andere den Progrock als Absprungbrett benutzen, um sich nahe dem Heavy Metal zu positionieren. Stets geht es dabei um Kontraste. Ohne eigentliches Ziel trägt jeder der vier Musiker diese kollektive Mitte in sich, sodass sich das Epizentrum, von dem der jeweilige Impuls ausgeht, stetig verschieben kann. Die Stücke können in Form, Intensität und Traditionsbezug noch so unterschiedlich sein, sie richten den Fokus immer wieder aufs Neue und dabei nicht nur auf einen bestimmten Aspekt, sondern auf die Band als Ganzes.

Tonbruket waren ja schon immer unkategorisierbar gewesen, doch auf „Forevergreens“ lassen sie sogar dieses Merkmal hinter sich zurück. Stattdessen leben sie Gegensätze aus, Kontraste zwischen einzelnen Stücken, Tempi, Stimmungen, Verweissystemen und zuweilen auch Klischees. Es ist ihre zugleich die lauteste wie auch die leiseste Platte. Und nie zuvor haben sie sich so sehr dem Jazz angenähert und gleichzeitig so weit von ihm entfernt. Man erlebt einen natürlicheen und oft schroffen Wechsel musikalischer Aggregatzustände mit lauter Überraschungen, begonnen damit, dass die norwegische Pop-Diva Ane Brun, deren Backing-Band Tonbruket seit einiger Zeit ist, die Band im Intro vorstellt. Die Tour der Kontraste geht mit dem postrockigen „Mano Sinistra“ weiter, setzt sich mit federleichten Jazz-Tunes wie „Sinkadus“, in dem abermals Ane Bruns Stimme erklingt, oder „Music For The Sun King“ fort, gipfelt in tonnenschweren Krachern wie „Tarantella“ oder „Linton“ und klingt mit dem zwischen Klezmer, Folk und Tango changierenden „Polka Oblivion“ aus, bei dem Hederos zum Sänger auf der Geige wird, und Per Texas Johanson Bassklarinette und Martin Holm Tenorsaxofon spielen.

Es spricht einiges dafür, die Musik auf „Forevergreens“ Jazz zu nennen. Instrumentaler Rock oder Folk Avantgarde wäre aber auch treffend. Am überzeugendsten ist jedoch das Sub-Genre, das Johan Lindström für seine Reise an die Ränder gefunden hat. Er nennt es schlicht und ergreifend Musik. BESETZUNG Dan Berglund - bass Martin Hederos - piano & keys Johan Lindström - guitars Andreas Werliin - drums & perc