Bild: Tord Gustavsen und Simin Tander
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Information zur Veranstaltung

Der norwegische Pianist Tord Gustavsen und sein langjähriger Weggefährte Jarle Vespestad am Schlagzeug treffen auf die deutsch-afghanische Künstlerin Simin Tander. Die in Köln lebende Sängerin lehnte einen Pop-Plattenvertrag ab, weil er zu viel Kommerz und zu wenig Seele bedeutete, studierte stattdessen Jazzgesang und gilt heute zu Recht als aufgehender Stern am europäischen Jazz- und Weltmusikhimmel.

Der Wunsch einer Zusammenarbeit entstand beim ersten Aufeinandertreffen 2014. Dank beidseitig geteilter Begeisterung und Wertschätzung entwickelte sich neben Gustavsens Quartett diese Formation schnell zu einem neuen Trio Projekt. Der sensible Pianist verlässt hier zum ersten Mal seine Komfortzone und erweitert diese durch subtile Samples und Live-Synthies zu teils tief elektronischen Klanglandschaften, trotzdem mit dem akustischen Klavier im Zentrum. Dazu die warme lebhafte Stimme der begnadeten Jazz-Vokalistin, die diesem Spiel eine neue körperliche Qualität verleiht.

In Zusammenarbeit mit dem afghanischen Poeten B. Hamsaaya übersetzten und interpretierten die beiden die Texte einiger traditioneller norwegischer Hymnen und Volkslieder auf Paschtu, der Sprache der Afghanen, der Sprache von Simin Tanders Vater. Durch den gemeinsamen Prozess der Übersetzung und Interpretation, der intensiven Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und Herkunft, mit verschiedenen Kulturen und Religionen, entstand ein ganz besonderer Kanon an Texten und Musik mit hoher Spiritualität, ohne jemals die zugrunde liegenden Wurzeln zu verstecken.

In engem musikalischem Dialog mit den alten norwegischen Hymnen, bietet das Trio auch neue Kompositionen aus Gustavsens Feder, Sufi Dichtkunst ins Englische übersetzt sowie rein instrumentale Stücke. Das neue Material gibt Zeugnis über Gustavsens und Tanders gemeinsame Leidenschaft für ein grundlegendes Zusammenspiel von Tradition und Herkunft und sich daraus entwickelnder Freiheit - in Musik und kultureller Identität.