Bild: Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen - Franziska Kleinert und Thomas BächliBild: Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen - Franziska Kleinert und Thomas Bächli
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Information zur Veranstaltung

Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen - Franziska Kleinert & Thomas Bächli
Carl Philipp Emanuel Bachs Anleitung - gelesen und gespielt
Ein Abend für alle, die Klavier spielen, einmal gespielt haben oder gerne spielen würden und keine Zeit dafür finden.

Es lesen und spielen: Franziska Kleinert, Tomas Bächli
Dauer: 75 Minuten

... Das fleißige anhören guter Musik, wo bei man auf gute Begleiter genau Achtung gibt, ist besonders anzuraten, das Ohr wird dadurch gebildet und zur Aufmerksamkeit gewöhnt. Diese genaue Aufmerksamkeit läßt keine Schönheit in der Musik ohne Rührung vorbei. ... (Zitat)
Carl Philipp Emanuel Bachs „Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen“ aus dem Jahr 1753 ist ein Gesamtkunstwerk, bestehend aus Sprache und Musik. Die Schauspielerin Franziska Kleinert und der Pianist Tomas Bächli haben daraus einen Theaterabend von ca. 80 Minuten Länge komponiert. Sie bringen an diesem Abend ihre eigene Begegnung mit diesem Kunstwerk auf die Bühne. Dabei verändert sich die Rollenverteilung zwischen der Schauspielerin und dem Musiker im Lauf des Abends – ebenso das Verhältnis zwischen Wörtern und Tönen, zwischen Theorie und Praxis.

Aus dem Text von C. P. E. Bachs Anleitung zum Klavierspiel spricht der Geist der Aufklärung: Jede Behauptung wird begründet, denn der Leser und die Leserin sind Partner des Autors. Die Anweisungen an den Klavierspieler sind im Ton liebevoll, zugleich mit einer frappierenden Genauigkeit formuliert – „Man spiele mit gekrümmten Fingern und schlaffen Nerven“ –, gelegentlich auch provokant: „Einige Personen spielen klebericht, als wenn sie Leim zwischen den Fingern hätten.“
Wenn es etwa um die „Manieren“ (Verzierungen) geht, versteigt sich C. P. E. Bach in die Verästelungen der Details, bis hin zur Komik, dann wieder gelangt er zu Einsichten, die nicht nur beim Klavierspielen hilfreich sind. „Aus der Seele soll er spielen und nicht wie ein abgerichteter Vogel.“
Die Probesonaten, die C. P. E. Bach für dieses Lehrbuch komponierte, schließen mit der bahnbrechenden Fantasie in c-moll. Sie ist das musikalische Zentrum des Abends. Ohne diese heute noch moderne Musik wären Haydn und Beethoven nicht möglich gewesen.
„Diejenigen irren sich, welche ein weitläuftiges Lehrgebäude von mir erwartet haben; ich habe mehr Danck zu verdienen geglaubt, wenn ich das ziemlich schwehre Clavier-Studium durch kurtze Lehrsätze, so viel möglich, leichte und angenehm machte.“

Franziska Kleinert
Franziska Kleinert wurde in Berlin geboren und studierte dort an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Ihr Debüt gab sie am Deutschen Theater Berlin, es folgten Engagements in Gera, Dresden, Erfurt und an den Freien Kammerspielen Magdeburg. Sie war an den Theatern in Würzburg und Konstanz zuletzt zu Gast. Sie arbeitet für Hörspiel, Film- und Fernsehen und für verschieden Schauspielschulen als Dozentin für Schauspiel. Ihre Liebe zur Sprache ließen eigene Projekte mit Texten von Rosa Luxemburg, Else Lasker-Schüler, Erich Kästner, Christian F. Delius und nun C.Ph.E.Bach entstehen. Seit 2000 lebt sie wieder in Berlin.

Tomas Bächli
Tomas Bächli wurde 1958 in Zürich geboren und studierte Musik am Konservatorium Zürich (Klavier bei Werner Bärtschi). Bis 1996 lebte er als Klavierlehrer und Konzertpianist in Zürich. 1996 folgte er seiner Frau Sieglinde Geisel nach Brooklyn, NY, wo er in der freien Szene eine rege Konzerttätigkeit entfaltete. Seit Januar 1999 lebt er mit seiner Frau und mittlerweile zwei Kindern in Berlin. Ohne sich vollständig darauf zu spezialisieren, führt Tomas Bächli in seinen Konzerten vorwiegend Werke der jüngeren und jüngsten Musikgeschichte auf. Auf der Suche nach einer Vermittlung, die sowohl der Musik als auch dem Publikum gerecht wird, experimentiert er oft mit neuen Konzertformen.