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Bild: Vladimir Nabokov - Lesung mit Carl Martin Spengler und Nicole HaaseBild: Vladimir Nabokov - Lesung mit Carl Martin Spengler und Nicole Haase
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Information zur Veranstaltung

Der Skandalroman Lolita hat ihn in den 1950er Jahren berühmt gemacht. Ihm verdankte der Autor, dass er sich – neben seiner umfangreichen Schmetterlingssammlung und der Leidenschaft fürs Schachspiel – schließlich ganz aufs Schreiben verlegen und seinen Lebensabend in Montreux in der Schweiz verbringen konnte. Doch Nabokov hatte bereits ein faszinierendes literarisches Vorleben, das ihm viel Stoff für seine späteren halbautobiographischen Romane lieferte.

In einer Adelsfamilie in Sankt Petersburg geboren, verließ er Russland in den Wirren der Revolution, um über die Stationen London, Berlin, Paris, Côte d’Azur schließlich in die USA zu emigrieren. Dieses bewegte Leben schlägt sich nicht nur thematisch in seinem Werk nieder, schrieb er doch bis zum 2. Weltkrieg auf Russisch, bevor er dann ins Englische wechselte.
Obwohl für den Kosmopoliten auch Berlin nur eine Durchgangsstation war und er der deutschen Sprache und Kultur eher fernstand, sind die Jahre in Grunewald und Wilmersdorf für ihn nachhaltig prägend gewesen. Seine Familie unterhielt einen kulturellen Salon, der eine wichtige Adresse im Berlin der zwanziger Jahre war, in denen russische Exilanten zu Zehntausenden in die Stadt kamen.

Berlin hielt auch ganz neue Erfahrungen bereit und zwang den aus einer reichen, kosmopolitischen Adelsfamilie stammenden Nabokov zur Erwerbsarbeit – anfangs als Tennislehrer. Die Berliner Jahre waren für den Schriftsteller noch keine Jahre des Ruhms: Sie zeigen sie als Suchenden zwischen Selbstergründung, Unterhaltungslektüre und Sozialkritik.

Carl Martin Spengler und Nicole Haase lesen ausgewählte Texte. Prof. Dr. Stefan Welz verschafft einen Überblick zu Leben und Werk des Autors.