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Vögel - Theater Trier
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Information zur Veranstaltung

Es ist der Beginn einer Liebesgeschichte: Der Genetiker Eitan, ein deutscher Jude aus Berlin, trifft in einer New Yorker Universitätsbibliothek die Geisteswissenschaftlerin Wahida. Sie ist Amerikanerin mit arabischen Wurzeln und schreibt ihre Doktorarbeit über eine grenzüberschreitende Gestalt aus dem 16. Jahrhundert. Doch die Beziehung wird von Eitans Eltern nicht akzeptiert. Eitans Vater David definiert sich über seine Herkunft und sieht in der arabischen Abstammung von Wahida eine natürliche Feindschaft. David glaubt, dass er das Leiden seiner jüdischen Ahnen weitertragen muss. Mutter Norah, deren Eltern ihr Judentum gegen den Glauben an den Kommunismus eingetauscht hatten, stellt sich ebenfalls gegen ihn. Der Naturwissenschaftler Eitan jedoch ist sich sicher, dass nur er selbst über seine Identität bestimmt. Gemeinsam mit Wahida will er der Last des familiären und historischen Erbes entfliehen – und wird dennoch davon eingeholt. Auf einer gemeinsamen Forschungsreise nach Israel wird Eitan bei einem Terroranschlag schwer verletzt und kommt ins Krankenhaus. Da Eitans Familie weit entfernt ist, spürt Wahida seine Großmutter, Davids Mutter Leah, in Jerusalem auf und ein Familiengeheimnis kommt ans Licht. Und mit ihm kehren auch die alten Konflikte zurück: Fragen nach religiöser, kultureller, nationaler Zugehörigkeit, die wie ein Schwarm Unglücksvögel über Familie und Gesellschaft kreisen …

Wajdi Mouawad verknüpft in Vögel – wie schon in seinem Erfolgsstück Verbrennungen – die Aufarbeitung komplexer Familienverhältnisse mit dem Nahost- Konflikt, und zugleich mit den Sehnsüchten und Ängsten in den Westen emigrierter Familienmitglieder. Das Stück ist zugleich Thriller und modernes Märchen. Mit der Wucht einer antiken Tragödie erzählt Mouawad von Gewalt, individuellen Schicksalen und familiären Konflikten. Das Konzept der Uraufführung in der Regie des Autors sah dabei vor, dass die Figuren alle in ihrer jeweiligen Muttersprache sprechen: Deutsch, Hebräisch, Arabisch und Englisch. Die Inszenierung von Sara von Schwarze und Manfred Langner wird genau dieses Konzept verfolgen und so werden wir Vögel viersprachig zeigen