Weihnachtskabarett 2017 mit Ranz & May - “Wir schenken uns nichts!” Tickets - Radebeul, Hotel Goldener Anker

Event-Datum
Donnerstag, den 30. November 2017
Beginn: 20:00 Uhr
Event-Ort
Altkötzschenbroda 61,
01445 Radebeul
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: Veranstaltungs-Management Roswitha Wilcke (Kontakt)

Ticketpreise
ab 39,95 EUR
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Bild: Michael Ranz & Edgar May
Der alte Weihnachtsbaum ist gerade erst vor ein paar Tagen von der Stadtreinigung abgeholt worden, da geht das alles von vorne los. Überall Glühweinmief, der Briefkasten voller Bettelbriefe und Frauen, die ihr ganzes Leben lang die Pille nehmen, singen "Ihr Kinderlein kommet". Dabei konnten wir uns als Kinder so sehr auf Weihnachten freuen! Naja, wir mussten ja auch nicht die Geschenke bezahlen. Überhaupt; früher war mehr Lametta und ganz früher in Bethlehem, da gab es wenigstens noch Krippenplätze….

Michael Ranz und Edgar May müssen dieses Jahr gemeinsam feiern. Das wird nicht lustig!
Gegenseitig wollen sie sich nicht beschenken, die beiden Herren im feinen Zwirn. Nicht nur Socken, Krawatten oder Toilettenseife zählen zu den verfehlten Geschenkideen; als Gipfel der Hilflosigkeit werden vor allem die leidigen Geschenkgutscheine beklagt. Das Thema hat sich für die beiden also theoretisch erledigt. Allein weil das Kabarettduo seit mehr als 15 Jahren gemeinsam auf der Bühne steht, möchte Ranz eine Ausnahme machen und seinem Kompagnon May anlässlich dieses Jubiläums zumindest eine Beschneidung schenken. Denn was solle man einem schenken, der doch alles hat. Nicht ohne Grund, wollen die beiden das Weihnachtsfest in diesem Jahr doch schließlich zusammen verbringen. Nur möchte der eine unbedingt seine Mutter einladen, der andere seine Kinder aus erster Ehe. Souverän schauspielert sich Michael Ranz durch all die Rollen innerhalb der dem festlich besinnlichen Rahmen angepassten Themenpalette, die von den Missverständnissen zwischen den Geschlechtern über Altmänner- oder Tuntenparodien bis hin zur Ost-West-Befindlichkeit reicht, hingegen das aktuellpolitische Geschehen verständlicherweise fehlt und auch nur hie und da das Zotige aufblitzt. Vielmehr wird offenbar, wie sehr doch gerade die Männer unter Weihnachten leiden und dieses Fest in einer Art „Duldungsstarre“ aushalten müssen. Nicht wenige werden begeistert feixen, wenn er einen seltsam cholerischen Nostalgiker mimt, der ein buchstäblich brüllendes Plädoyer für das Wurstbrot hält. Aber auch in einige bekannte Rollen schlüpft Ranz wieder. Mal ist es der Schwule, der sich zwar schon „sooo“ auf Weihnachten freut, nicht aber auf die vegane Ente mit Reis. Mal ist es der Nylonbeutel schwingende Ossi, der sich über das Shoppen aufregt, sich über die Formulierung „zwischen den Jahren“ wundert und sich über die Kuschel-Pädagogiker an heutigen Schulen lustig macht. Und natürlich glänzt Ranz auch wieder in seiner viel belachten Paraderolle des röhrend grantelnden Opas mit Schiebermütze und Krückstock. Traurig berichtet er diesmal von den „Igelschnäuzchen“ seiner Frau und seinen Erlebnissen im „Schwinger-Club“, wo unten herum alle rasiert gewesen seien. Zu seiner Zeit habe es da mehr Lametta gegeben. Doch seien zu Weihnachten die Menschen schließlich alle gleich.

Hotel Goldener Anker, Radebeul