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Bild: Weiterlaufen - Jai Gonzales Bild: Weiterlaufen - Jai Gonzales
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Information zur Veranstaltung

“Von Marco Goecke war das humoristische, inzwischen legendäre Fünfminuten-Solo „Mopey“ zu 
erleben, und das UnterwegsTheaters aus Heidelberg zeigte mit „Verlaufen“ von Jai Gonzales das tänzerisch wie energetisch beeindruckendste Stück des Abends: ein geschmeidiges Miteinander von drei Tänzern und einer Tänzerin, die mit wechselndem Ineinandergreifen, Rennen, Taumeln und Hebungen 
in Jeans und Shirts jeder bei sich selbst war und doch alle als homogene Gruppe agierten, unmerklich Arme immer wieder ineinandergriffen und sich lösten, alles als eine große Suche nach 
dem richtigen Weg.” (Tanzkritik, Die Deutsche Bühne, von Ulrike Kolter, 3.3.2018)

“Sich „Verlaufen“ kann nicht nur irritieren, sondern auch neue kreative Energie freisetzen; „Weiterlaufen“ ist keine Selbstverständlichkeit, aber am Ende die einzige Lösung: Auf diesen Nenner brachte 
UnterwegsTheater-Choreografin Jai Gonzales ihren Eigenbeitrag zum UnterwegsTheater-Jubiläum. Wie in den letzten drei Jahrzehnten setzte die Heidelbergerin mit peruanischen Wurzeln dabei auf keine choreografische Mode - Konzept, Kontakt, Postmodern oder was sonst auch immer –, sondern auf ihre klugen Gedanken und ebenso kluge Körper, die sozusagen verständlich fürs Publikum formulieren können. Und dafür gab es zur Premiere eine überdeutliche Zustimmung mit Händen und Füßen.

Ein Markenzeichen von Jai Gonzales ist ihre Arbeit mit fließenden, raumdefinierenden Bewegungen, die jedem Tänzer und jeder Tänzerin exakt die Verantwortung für den Augenblick zuweisen: Wer hält, wer wird gehalten, wer darf (und muss) sich fallenlassen? Wer ermutigt wen, stößt wen an, gibt Energie ab und/oder weiter? Diese Bewegungssprache funktioniert nur in einem eingespielten Team, und so kam zum Jubiläum mit Pim Boonprakob, Stavros Apostolatos, Florian Bücking und Hsin-I-Huang ein eingespieltes Quartett zusammen, ergänzt durch Luis Sayago (aus dem ehemaligen Kevin-O’Day Ensemble). Ganz neu dazugekommen ist der Berliner Kenan Dinkelmann, der mit Urban Dance einen neuen und höchst attraktiven Akzent setzte. Denn zwischendurch („Interludio I“) darf auch mal Party gemachtwerden, mit heißer, clubbiger Musik von Loco Hot – zu der die Moves von Dinkelmann perfekt passten.

Irgendwann inmitten des unentwegten Laufens gibt es doch noch den Traum vom Fliegen 
(„Interludio II“). Beethoven ist für den Klangraum zuständig, Niels Herbstrieth für das perfekt dazu inszenierte Video, Florian Bücking und Luis Sayago für die Überwindung der Schwerkraft mit der Unterstützung von Seilen, und Hsin-I Huang darf sich einfach vom hohen Tisch fallenlassen; denn wo immer sie rückwärts taumelt, ist schon ein Tänzer da, um sie aufzufangen. So eine Support-Gruppe braucht wohl jeder mal, um „Weiterlaufen“ zu können.”

Veröffentlicht am 22.07.2018 auf tanznetz.de, von Isabelle von Neumann-Cosel