Wer kann die Wahrheit nackend sehen? - Premiere Tickets - Mönchengladbach, Studiobühne

Event-Datum
Freitag, den 01. Dezember 2017
Beginn: 20:00 Uhr
Event-Ort
Odenkirchener Str. 78,
41236 Mönchengladbach
Sonstige Ticket-Info
Veranstalter: Theater Krefeld und MG (TKM) (Kontakt)

Gegen Vorlage eines entsprechenden Ausweises erhalten ggf. Schüler und Studenten unter 27 Jahren, Auszubildende, Grundwehr- bzw. Ersatzdienstleistende, Arbeitssuchende, Schwerbehinderte (GdB 70), Inhaber des Mönchengladbach- Ausweises sowie des Krefeld-Passes Ermäßigungen für Schauspiel, Musiktheater und Ballett, für Sinfonie- und Chorkonzerte und für Studio-Aufführungen. Begleitpersonen von Menschen, die auf fremde Hilfe angewiesen sind, haben freien Eintritt.
Theatercard-Inhaber, die einen Jugendlichen unter 18 Jahren mit in eine Veranstaltung der Entgeltstufe 1 mitnehmen möchten,...(Mehr Info)
Ticketpreise
ab 18,00 EUR und Ermäßigungen
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Bild: Wer kann die Wahrheit nackend sehen?
Die Wahrheit hört man nicht gern, denn sie ist unbequem; man sieht ihr nicht gern ins Gesicht, denn sie kommt ungeschminkt daher; man glaubt sie nicht, denn sie ist oft verletzend – diese Erfahrung hat sich über Jahrhunderte und Jahrtausende ins menschliche Bewusstsein eingegraben. Doch der Mensch war schon immer erfinderisch: Er begann, die Wahrheit zu beschönigen und zu verkleiden, um den Umgang mit ihr angenehmer und leichter zu machen.

Als besonders geistreiche und witzige Art des Umgangs mit der Wahrheit bildete sich die literarische Gattung der Fabel (lat. fabula – Erzählung) heraus, die sich von der Antike über
die Aufklärung bis in die Gegenwart in vielfältigen Varianten entwickelte. Das wichtigste Fundament aller Fabeldichtung sind die umfangreichen Überlieferungen des Äsop aus dem 6. Jh. v. Chr.

Ob in Prosa oder in Versen, ob epigrammatisch kurz oder facettenreich ausgeschmückt, ob direkt oder hintergründig-ironisch – immer ist sie ein Spiegel der jeweiligen sozialen und politischen Verhältnisse, immer hinterfragt sie menschliches Denken und Handeln kritisch, immer vermittelt sie eine Lebensweisheit oder Moral, kurz: Sie zeigt die Wahrheit – aber nicht nackend, sondern im metaphorischen Gewand.

Michael Grosse stellt mit den Fabeldichtern Äsop, de La Fontaine, Lessing und Krylow vier bedeutende, stilistisch sehr unterschiedliche Vertreter der Gattung aus verschiedenen Epochen ins Zentrum seiner szenischen Lesung und präsentiert damit eine thematisch vielfältige Auswahl von Fabeln, die auch im 21. Jahrhundert nichts an Aktualität und Aussagekraft eingebüßt haben.