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Bild: Winterreise - Theater Trier
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Information zur Veranstaltung

An des Lebens voller Blüte hängt des Menschen Seele fest, wie des Taues Perlentropfen in der Rose süßem Nest … -Wilhelm Müller-

Als Franz Schubert die Winterreise schrieb, war er 31 Jahre alt. Es sollte eines seiner letzten und bekanntesten Werke werden und ist wie seine anderen Liederzyklen eine musikalische Verneigung vor der Dichtkunst. Hieraus kreierte Ballettdirektor Roberto Scafati ein Ballett zwischen tiefer Romantik und geballter Atmosphäre. Schuberts Vertonungen von Wilhelm Müllers Gedichten aus dem Jahr 1827 wechseln sich mit den modernen, dichten Klängen des isländischen Komponisten Jóhann Jóhannsson (1969−2018) ab. Dichter und Komponist der Winterreise starben beide sehr jung und waren geplagte Seelen – Beispiele für den Begriff des Weltschmerzes, der in der Romantik grundlegend ist und auch heute noch in populären Musikrichtungen weiterlebt.

In Roberto Scafatis getanzter Winterreise folgen wir einem namenlosen Wanderer, getanzt von Leonardo Germani, durch verschiedenste Seelenzustände. Durch enttäuschte Liebe und Träume inmitten eines Winters. Von mehreren Wegweisern in verschiedenen Gewändern, wie einer Krähe (Damien Nazabal) und eines Boten (Peng Chen) verfolgt, sucht der Fremdling nach Erlösung. Unser Wanderer bleibt seinem Wanderstab treu: „nur weiter, nur weiter“ (aus Das Wirtshaus), sieht drei Sonnen, verkörpert von Vittoria Carpegna, Laura Evangelisti und Morgan Perez, vor sich und erkennt doch immer wieder, dass er schlussendlich sich und seiner Seele selbst gegenüber steht. Aus mehreren Liedern − wie etwa in Erstarrung − ist zu hören, wie sich der Erzähler den Schmerz geradezu wünscht, damit er sich an eine vergangene Liebe erinnern kann: „Wenn meine Schmerzen schweigen, wer sagt mir dann von ihr?“. So ist es auch ein Anlauf und gewollter Sturz in die eigene Empfindung, als Rebellion gegen Ordnung, Mäßigung und die Herrschaft des Verstandes. Ein Sich-Verstehen-Wollen aus tiefstem Herzen.

Produktion: Theater Trier
Choreografie & Inszenierung: Roberto Scafati
Bühne: Yoko Seyama
Kostüme: Rosa Ana Chanzá
Dramaturgie: Anna-Luella Zahner
Ballettmeister & Assistent: Joe Monaghan

Mit:
Ein Wanderer: Leonardo Germani
Gruppe: Francesco Aversano, Sofia Emanuela Cappelli, Vittoria Carpegna, Peng Chen, Laura Evangelisti, Leonardo Germani, Damien Nazabal, Morgan Perez, Giulia Pizzuto, Giorgio Strano, Prima Tharathep, Madhav Davide V