Bild: hr-Sinfonieorchester - Forum N - Ilan Volkov
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Information zur Veranstaltung

ILAN VOLKOV Dirigent
Mauricio Kagel | Heterophonie
Giacinto Scelsi | Aiôn
Mauricio Kagel | Heterophonie

»Heterophonie« – ein ungewöhnliches Wort, ein Lexikonbegriff, der Werktitel eines nur kaum gespielten Orchesterwerks von Mauricio Kagel (1931–2008). Komponiert hat es der gebürtige Argentinier 1961 in Köln. Dorthin war er vier Jahre zuvor gezogen, um im Zentrum der neuen Musik zu sein, die er nun rege mitbestimmte. »Heterophonie« meint Verschiedenklang, (un-) beabsichtigte Mehrstimmigkeit in anvisierter Einstimmigkeit, und meint bei Kagel wenigstens 42 Orchestersolisten mit teils seltenen Instrumenten, mit vielen grellen Farben und Gesten zwischen Provisorium und Perfektion. Eine unbändige, dem Marquis de Sade gewidmete Musik für ein großes Kollektiv von Individualisten. Im Forum N – Klangort des hr-Sinfonieorchesters für Experimente und Novitäten (Werke wie Formate) – gibt es die wiederentdeckte Rarität der Avantgarde gleich zweimal. Dirigiert von Ilan Volkov und kombiniert mit dem ebenfalls 1961 entstandenen Orchesterstück »Aiôn« von Giacinto Scelsi (1905–1988). Dessen Musik, die hier um ein Klangzentrum kreist wie die Planeten um die Sonne, ist einnehmend, entrückt und rätselhaft, wie die Biografie des Italieners selbst. Obwohl ganz verschieden, haben beide Werke einige Parallelen, die es aufzuschlüsseln gilt – im Gespräch, innerhalb von Forum N.

(Foto: Agentur)