Bild: west off 2017Bild: west off 2017
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Information zur Veranstaltung

It might get loud!

Brüllend laut und flüsternd leis — das große Ganze, das Internet und die kleinsten Objekte des Alltags. Zwischen Extremen bewegen sich vier junge Ensembles aus NRW: Marje Hirvonen verfällt dem YouTube-Ruhm, Stefan Mießeler kostet als abgehalfterter Wrestling-Star die Urgewalt des Show-Biz aus, Heiner&Lindsig verfolgen den Weg der Frühstückstasse ins Universum und bei Cindy Moped prallen Country und Metal aufeinander. Alle vier lassen es krachen und beweisen für west off 2017, wie provokant, schamlos und aufregend das Theater der Zukunft ist.

Zum achten Mal schließen sich das theaterimballsaal Bonn, das FFT Düsseldorf und die studiobühneköln zum Theaternetzwerk Rheinland zusammen und lassen die Ideen der Künstler*innen Wirklichkeit werden. Angie Hiesl, Christine Knecht, Morgan Nardi und Frauke Meyer stehen als erfahrene Mentor*innen den Gruppen zur Seite und machen west off 2017 zur qualifizierenden Plattform für eine neue Generation von Theatermacher*innen.

Programm:

Cindy Moped
Torture Doom

„It’s a grim sober world and there is not much you can do, you have to dance with the devil if the devil wants you to!“ Cindy Moped’s „Torture Doom“ ist der Lärm zwischen bröselnden Kontinenten, eine Parade zwischen Okay und Aua. Let’s go hand in hand into Pommes Land! Cindy Moped ist eine Country Sängerin aus den USA. Bei einem Zwischenstopp in Germany (2002) trifft sie in Kobern-Gondorf (bei Koblenz) auf eine Heavy Metal Band. Jetzt hat sie ein Au-Pair-Visum und ist derzeit auf Tour. In NRW.

Cindy Moped Torture Doom Mit: Shan Li Peng / Doom Komposition und Gitarre: Dolunay Gördüm / Bass: Kevin Zielke / Drums: Kilian Kuhlendahl / Gäste: Niklas Strang, Felix Scherf und Peter Haas. Kostüme: Mona Warnk / Szenenbild: Philipp Naujoks/ Lichtkonzept: Jan Widmer und Philipp Naujoks / Technik: Jan Widmer und Philipp Naujoks / Mentorin: Frauke Meyer


Stefan Mießeler 

Bestien und Helden

Der böse Mann steht im Ring. Jake, die Schlange, der Wrestler, der Gott gefunden hat und doch nur das Evangelium nach Jack Daniels predigt, Jake, der das Schicksal seiner Gegner mit sanfter Stimme beschört, der ihre Schädel blitzschnell in den Boden treibt, Er, der Böse, steht nach Jahren des Suffs und der Drogen wieder im Ring. Es ist sein Comeback, sein letzter großer Kampf und die Rückschau auf ein verpfuschtes Leben in Spandex, Blut und Glitzer. Eine Trash-Tragödie über das Schicksal eines Menschen in der neongrellen Welt des Professional Wrestling.

Stefan Mießeler ist freiberuflicher Regisseur und Schauspieler. Mit seinem Ensemble THTR bewegt er sich zwischen klassischen Stoffen und experimentellen Arbeiten. Nach künstlerischen Stationen in Mannheim, Berlin und Barcelona hat er das Festival „Theater im Pavillon“ für junge darstellende Künstler*innen in Bielefeld ins Leben gerufen.

Mit: Stefan Mießeler, Nicolas Storms und Liliana Mendes Schneebeli / Chor: Niklas Jeske, Nastassja Pielartzik, Simon Schröder, Lena Schütte, Nora Vollmond und Daniel Wahada / Konzeption: Stefan Mießeler und Nicolas Storms / Kostüme: Liliana Mendes Schneebeli / Technik : Alexander Olchawa, Thomas Vella / Mentorin: Christine Knecht


Marje Hirvonen

fame — When I still thought I would become famous„I want to become famous, because it is very important to be famous.“

Laufstege, Castingshows, YouTube — Berühmtheit zu erlangen scheint eine moderne Plage zu sein. Für viele wird die öffentliche und mediale Anerkennung zum einzigen Lebensziel. Marje Hirvonen begibt sich in ihrem tragikomischen Tanz-Solo „fame“ auf die Jagd nach Klicks und Likes, hechelnd zwischen „moves“ und „looks“ — stets nur das Ziel vor Augen, anerkannt, geliebt und bewundert zu werden. Ohne Angst vor Peinlichkeit macht Marje Hirvonen die Bühne zu ihrem YouTube-Channel und will nur eins von uns: angehimmelt werden.

Marje Hirvonen, geboren in Finnland, lebt seit 2008 in NRW. 2012 schloss sie ihr Studium für Bühnentanz an der Hochschule für Musik und Tanz Köln ab. Seitdem arbeitet sie als Tänzerin und Choreografin in interdisziplinären Projekten. Ihre eigenen Stücke präsentiert sie im In- und Ausland: u.a. „origin — sin-body“ im im Tanzquartier Wien, „Zweisamkeit“ auf dem Tanzfestival 638 Grad in Essen oder „Rave“ auf der New Talents — cologne biennale.

Choreografie, Tanz: Marje Hirvonen / Video: Agustina Sanchez Gavier / Dramaturgie: Felizitas Stilleke / Mentor: Morgan Nardi


Heiner&Lindsig 

Unfolding Universe

„Jede Passage, sagen wir, poetischer Bilder kann beliebig oft variiert werden, und alle Variationen können in sich interessant und gültig sein.“ (William S. Burroughs)

Das Performanceduo Heiner&Lindsig entwendet dem Alltag Dinge, die zu Protagonisten eigenwilliger Versuchsanordnungen und Szenarien werden: Eine Tasse vom Frühstückstisch landet auf der Bühne. Tasse für Tasse entfaltet sich in obsessiver Zweckentfremdung durch die beiden Performer ein neues Universum. Heiner&Lindsig setzen programmatisch auf Zufall, Assoziation und Intuition und entwickeln absurd wie magisch anmutende Szenerien. Grundiert wird ihre minimalistische Performance vom Flair des Absichtslosen — frei nach John Cage, der als höchste Absicht die Befreiung von jeder Absicht erklärte.

Veronika Heisig und Manuel Lindner, die Gründer und Protagonisten von Heiner&Lindsig, lernten sich 2012 während des Tanzstudiums an der Folkwang Universität der Künste in Essen kennen. Im Sommer 2015 starteten sie ein reisendes Kurzfilmprojekt und entwickelten Performances mit Alltagsgegenständen für Stop-Motion-Filme.

Idee, Konzept, Performance: Veronika Heisig, Manuel Lindner / Outside-Eye: Saskia Rudat / Mentorin: Angie Hiesl