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Bild: Ausstellung: Wie alles begann | Wolfgang Mattheuer - 100 Jahre

Ausstellung: Wie alles begann | Wolfgang Mattheuer - 100 Jahre

Wolfgang Mattheuer  

Neuberinhaus // Foyer
Weinholdstraße 7
08468 Reichenbach im Vogtland
Veranstalter: Förderverein Kunsthalle Vogtland e.V. , Weinholdstraße 7, 08468 Reichenbach im Vogtland, Deutschland

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Eintritt frei

Veranstaltungsinfos

Wo alles begann, nämlich in Wolfgang Mattheuers Geburtsstadt Reichenbach/Vogtland, wird der Maler zu seinem Jahrhundert-Jubiläum mit einer besonderen Ausstellung geehrt. Diese macht sich auf die Suche nach der Herkunft und der regionalen Prägung seiner berühmten Bildmotive, die Kunstgeschichte schrieben und einem breiten Publikum vor Augen stehen. Die Ausstellung Wie alles begann zeigt am authentischen Ort die biografischen Hintergründe sowie die künstlerische Genese der prominenten und weniger bekannten Sujets des Mitbegründers der Leipziger Schule, der zeitlebens ein enges Verhältnis zu seiner Heimat pflegte. Dabei folgt die Schau der Spur der zeichnerischen und malerischen Notate, Skizzen und Studien bis hin zum künstlerischen Endprodukt. In diesem konzeptionellen Zugriff wird der Werkprozess des großen Malers und Zeichners deutlich. Wolfgang Mattheuer entdeckte im unmittelbaren Umfeld seine Motive, die er symbolisch verdichtete und immer wieder aufs Neue konfigurierte, bis er zu seinen weithin bekannten ikonischen Bildlösungen gelangte. Mit diesem Konzept legt die Ausstellung im authentischen Kontext die lokal-regionalen Bezüge seiner Werke offen, die oftmals im Vogtland und seiner Heimatstadt Reichenbach zu finden sind. Der ungewöhnliche konzeptionelle Fokus – wie auch die im Rahmen einer Festveranstaltung am 6. April 2027 unmittelbar vor seinem 100. Geburtstag geplante Eröffnung – gibt der Schau ein Alleinstellungsmerkmal unter den zahlreichen Mattheuer-Ausstellungen in verschiedenen Museen des Landes.

Möglich wird die Umsetzung der Reichenbacher Ausstellung durch die exklusive Kooperation mit der Sammlung Mathar aus Düren in Nordrhein-Westfalen. Gezeigt werden 50-60 Arbeiten aus der mehr als 400 Blätter umfassenden Sammlung, die von ausgewählten Gemälden ergänzt werden. Das in Reichenbach präsentierte Konvolut reicht von Kugelschreiber-Notaten, die noch das Momentum der Eingebung in sich tragen, über fein ausdifferenzierte Kompositionsskizzen bis hin zu aquarellierten Unikaten. Ausgeführt sind diese zumeist auf weißem oder grundiertem Papier, mitunter auch auf Karton. Der Künstler hat sie, teils retrospektiv, mit Signatur und Datum versehen. Angelegt wurde die Sammlung von Peter Mathar, Jahrgang 1955, einem Rehabilitationspädagogen in Düren, und seiner Ehefrau Ursula. Der Sammler kam – nachdem er ein TV-Fernsehporträt von Peter Merseburger („Das grüne Gewissen der grauen DDR“ im West-Fernsehen gesehen hatte – 1987 mit Wolfgang Mattheuer erstmals in Kontakt: Da ihm keine Adresse des Künstlers bekannt war, schrieb er einfach auf das Kuvert: Professor Wolfgang Mattheuer, Leipzig; und der Brief kam an. Es entstand ein intensiver Austausch, durch den im selben Jahr noch der erste Ankauf folgte. Fast folgerichtig kam es späterhin zu einer Freundschaft mit häufigen Atelierbesuchen Mathars in Leipzig und Gegenbesuchen des Ehepaars Wolfgang Mattheuer und Ursula Mattheuer-Neustädt. In der Folger erwarb Peter Mathar seit Ende der 1980er Jahre einen exquisiten Bestand von prototypischen Motivzeichnungen und wurde zu Wolfgang Mattheuers Lieblingssammler für das breite Areal des Zeichnerischen.

Wolfgang Mattheuers wollte bekanntlich nicht als Maler betitelt werden, sondern vielmehr als ein bodenständiger „Bildermacher“ gelten. Diese Positionsbestimmung irritierte seinerzeit, weil sie völlig quer zu den Selbstdarstellungen seiner ebenso prominenten Kollegen der Leipziger Schule stand. Bernhard Heisig und Werner Tübke betonten zwar stets ebenso das Handwerkliche, ansonsten aber folgten sie doch eher den Spuren einer Genieästhetik. In dieser Ausstellung wird deutlich, dass die Arbeit eines Bildermachers, wie Mattheuer sie verstand, eine zielorientierte Form von aufeinander bezogenen Tätigkeiten war. Wolfgang Mattheuer besaß die Fähigkeit, die stringente Entwicklung des Bildgedankens mit einer ergebnisoffenen Bildphantasie zu verbinden, die sich in den Motivvariationen der ausgestellten Werke zeigt. Bei Wolfgang Mattheuer, so zeigt die Reichenbacher Schau, geht die Kunst also nicht an der Leine des Konzepts, vielmehr hält der Künstler zwei Kraftfelder souverän in Balance – dass der Ideensuche und jenes der Formvariabilität.

Michael Kretschmer, der sächsischer Ministerpräsident, ist Schirmherr des Projektes "100 Jahre Wolfgang Mattheuer | Ein Bildermacher zwischen Heimat und Weltkunst"

Ort der Veranstaltung

Neuberinhaus
Weinholdstraße 7
08468 Reichenbach im Vogtland