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DEBÜTANT*INNENBALL: Anja Gmeinwieser / Martin Piekar / Lara Rüter - 40. Freiburger Literaturgespräch: Drei Debüts im Gespräch
Tickets ab 11,00 €
*
Ermäßigung verfügbar
Veranstalter:
Literaturhaus Freiburg , Bertoldstrasse 17, 79098 Freiburg im Breisgau, Deutschland
Veranstaltungsinfos
Anja Gmeinwieser: Wir Königinnen
Moderation: Leo Boquoi
Drei Bücher, drei Songs, ein Abend! Drei großartige Erstlinge, die große Fragen stellen: Was ist der Mensch, was ist ein Tier? Wer sind meine Nächsten? Welche Sprache sprechen wir?
Anja Gmeinwieser eröffnet den Reigen mit ihrer Roadnovel „Wir Königinnen“ (Berlin Verlag, 2026) und einem Handy, das „mit einer übertriebenen Geste vom ersten Gipfel“ der Alpen fliegt. Auf der Flucht vor ihrem allzu normalen Leben trifft die Erzählerin auf Anna, die einen Schwertransport mit trächtigen Kühen in die Türkei steuert. Aus einem spontanen „Ich fahre mit“ wird eine Annäherung über international bad english und einen zuweilen halluzinierenden Handy-Übersetzer, eine Liebesaffäre zwischen Autobahnen. Aber weil es immer heißer wird im Transporter, die Tiere erkranken und Annas Chef nicht zahlt, auch ein Höllentrip – bis an die EU-Außengrenze, wo Träume und Kühe stranden.
„Diese beiden Frauen sind nicht nur Romanfiguren, sie sind Solidarität, Hoffnung, Rebellion“, schreibt die Autorin Mareike Fallwickl über Gmeinwiesers Debüt, das den klassischen Western-Plot des Viehtriebs gegen den Strich bürstet und mit Fragen nach Mutterschaft, Arbeit und Identität verknüpft.
Martin Piekar: Vom Fällen eines Stammbaums
Moderation: Sonja Karadza
Als Martin Piekar beim Bachmann-Wettlesen 2023 Auszüge aus seinem Debütroman „Vom Fällen eines Stammbaums“ (Rowohlt, 2026) vortrug, beeindruckte er mit präziser, poetischer Sprache – und einem lauten, langen Schrei: Der Schrei der Überforderung eines jungen Mannes, der vaterlos mit seiner Mutter in einer engen Zwei-Zimmer-Wohnung aufwächst und sie nach einer Krebsdiagnose bis zu ihrem Tod pflegt.
Marcin heißt der junge Mann. In den 1980er Jahren floh seine Mutter mit ihm aus Polen nach Deutschland, arbeitete als Altenpflegerin, kämpfte mit der Sucht. Während Marcin zwischen Videospielen, Nu Metal und Gedichten nach seinem Platz sucht, leben die beiden in einer Nähe zwischen Fürsorge und Abgründen. Mit der Erkrankung der Mutter tritt die Familiengeschichte in ihrer ganzen Wucht zutage: Aus Erinnerungen, Anekdoten und schmerzhaften Erkenntnissen entsteht das Porträt einer deutsch-polnischen Familie, in der Krieg, Migration und soziale Ausgrenzung bis in die Gegenwart hineinwirken.
Lara Rüter: Affenliebe
Moderation: Katharina Knüppel
Am schwarzen Brett las Lara Rüter den Aushang: „Aushilfe in der Primatenforschung gesucht“. Fünf Jahre verbrachte die Lyrikerin im Affenhaus des Leipziger Zoos und verankert dort ihr Nachdenken über Nähe, Verlust, Sehnsucht und Grenzen. Ihr Essay „Affenliebe“ (Hanser, 2026) vermisst die Lücke zwischen den Menschen und ihren nächsten Verwandten, spiegelt im eigentümlichen Sozialverhalten der Tiere persönliche Erfahrungen der Autorin: eine Abtreibung, in deren Vorbereitung sie den politischen Druck davon spürt, was Frauen wollen sollen. Die Suche nach dem leiblichen Vater und die Beziehung zu ihrem „Kuckucksvater“. Entstanden ist ein hochliterarischer, durchlässiger Text, der autobiografisches und erfinderisches Erzählen kurzschließt mit Zitaten von Roland Barthes, Emily Dickinson und Martina Hefter, mit wissenschaftlichen Fragestellungen und Szenen im Gehege.
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Fotos: Anja Gmeinwieser © Linda Sier, Martin Piekar © Charlotte Werndt, Lara Rüter © Michael Bader
Förderer: Kulturamt der Stadt Freiburg, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau, Guzzoni-Federer-Stiftung, Deutsche Pfandbriefbank
Kooperationspartner: Theater im Marienbad, Buchhandlung jos fritz
Kulturpartner: SWR Kultur
Datum: 6.11.2026, 18–20:00 Uhr
Ort: Theater im Marienbad, Marienstraße 4
Eintritt: 11/7 Euro / Kombiticket (inkl. Comiclesung mit Mia Oberländer) mit Drink: 18/12 Euro
Literaturgespräch
Außer Haus
Moderation: Leo Boquoi
Drei Bücher, drei Songs, ein Abend! Drei großartige Erstlinge, die große Fragen stellen: Was ist der Mensch, was ist ein Tier? Wer sind meine Nächsten? Welche Sprache sprechen wir?
Anja Gmeinwieser eröffnet den Reigen mit ihrer Roadnovel „Wir Königinnen“ (Berlin Verlag, 2026) und einem Handy, das „mit einer übertriebenen Geste vom ersten Gipfel“ der Alpen fliegt. Auf der Flucht vor ihrem allzu normalen Leben trifft die Erzählerin auf Anna, die einen Schwertransport mit trächtigen Kühen in die Türkei steuert. Aus einem spontanen „Ich fahre mit“ wird eine Annäherung über international bad english und einen zuweilen halluzinierenden Handy-Übersetzer, eine Liebesaffäre zwischen Autobahnen. Aber weil es immer heißer wird im Transporter, die Tiere erkranken und Annas Chef nicht zahlt, auch ein Höllentrip – bis an die EU-Außengrenze, wo Träume und Kühe stranden.
„Diese beiden Frauen sind nicht nur Romanfiguren, sie sind Solidarität, Hoffnung, Rebellion“, schreibt die Autorin Mareike Fallwickl über Gmeinwiesers Debüt, das den klassischen Western-Plot des Viehtriebs gegen den Strich bürstet und mit Fragen nach Mutterschaft, Arbeit und Identität verknüpft.
Martin Piekar: Vom Fällen eines Stammbaums
Moderation: Sonja Karadza
Als Martin Piekar beim Bachmann-Wettlesen 2023 Auszüge aus seinem Debütroman „Vom Fällen eines Stammbaums“ (Rowohlt, 2026) vortrug, beeindruckte er mit präziser, poetischer Sprache – und einem lauten, langen Schrei: Der Schrei der Überforderung eines jungen Mannes, der vaterlos mit seiner Mutter in einer engen Zwei-Zimmer-Wohnung aufwächst und sie nach einer Krebsdiagnose bis zu ihrem Tod pflegt.
Marcin heißt der junge Mann. In den 1980er Jahren floh seine Mutter mit ihm aus Polen nach Deutschland, arbeitete als Altenpflegerin, kämpfte mit der Sucht. Während Marcin zwischen Videospielen, Nu Metal und Gedichten nach seinem Platz sucht, leben die beiden in einer Nähe zwischen Fürsorge und Abgründen. Mit der Erkrankung der Mutter tritt die Familiengeschichte in ihrer ganzen Wucht zutage: Aus Erinnerungen, Anekdoten und schmerzhaften Erkenntnissen entsteht das Porträt einer deutsch-polnischen Familie, in der Krieg, Migration und soziale Ausgrenzung bis in die Gegenwart hineinwirken.
Lara Rüter: Affenliebe
Moderation: Katharina Knüppel
Am schwarzen Brett las Lara Rüter den Aushang: „Aushilfe in der Primatenforschung gesucht“. Fünf Jahre verbrachte die Lyrikerin im Affenhaus des Leipziger Zoos und verankert dort ihr Nachdenken über Nähe, Verlust, Sehnsucht und Grenzen. Ihr Essay „Affenliebe“ (Hanser, 2026) vermisst die Lücke zwischen den Menschen und ihren nächsten Verwandten, spiegelt im eigentümlichen Sozialverhalten der Tiere persönliche Erfahrungen der Autorin: eine Abtreibung, in deren Vorbereitung sie den politischen Druck davon spürt, was Frauen wollen sollen. Die Suche nach dem leiblichen Vater und die Beziehung zu ihrem „Kuckucksvater“. Entstanden ist ein hochliterarischer, durchlässiger Text, der autobiografisches und erfinderisches Erzählen kurzschließt mit Zitaten von Roland Barthes, Emily Dickinson und Martina Hefter, mit wissenschaftlichen Fragestellungen und Szenen im Gehege.
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Fotos: Anja Gmeinwieser © Linda Sier, Martin Piekar © Charlotte Werndt, Lara Rüter © Michael Bader
Förderer: Kulturamt der Stadt Freiburg, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau, Guzzoni-Federer-Stiftung, Deutsche Pfandbriefbank
Kooperationspartner: Theater im Marienbad, Buchhandlung jos fritz
Kulturpartner: SWR Kultur
Datum: 6.11.2026, 18–20:00 Uhr
Ort: Theater im Marienbad, Marienstraße 4
Eintritt: 11/7 Euro / Kombiticket (inkl. Comiclesung mit Mia Oberländer) mit Drink: 18/12 Euro
Literaturgespräch
Außer Haus
Ort der Veranstaltung
Humorvoll, politisch, poetisch und manchmal rätselhaft - so beschreibt sich das Theater im Marienbad in Freiburg. Das Theater mitten in der Freiburger City wendet sich in seinen Stücken an Kinder, Jugendliche und Erwachsene und bietet seinem Publikum eine Vielfalt an Unterhaltungsmöglichkeiten. Neben den alten Klassikern finden auch immer wieder zeitgenössische Werke, Stückentwicklungen oder Rechercheprojekte ihren Weg in den Spielplan des Theaters im Marienbad, der durch die Zusammenarbeit mit anderen Freiburger Kultureinrichtungen ergänzt wird.
Das Gebäude des Theaters im Marienbad wurde 1902 im typischen Jugendstil erbaut. Wie der Name schon sagt, wurde das Haus bis in die 1970er Jahre als Badeinrichtung genutzt. Nach der Schließung diente das Bad einer kleinen Theatergruppe als Spielstätte. Unter der Leitung von Dieter Kümmel verfolgt die Gruppe Ansätze des emanzipatorischen Kinder- und Jugendtheaters. Unter seiner Leitung und der seines Nachfolgers Hubertus Fehrenbacher entwickelte sich das Theater im Marienbad zu einem maßgebenden Mitgestalter der europäischen Kinder - und Jugendliteraturszene.
Zu der Spielstätte gehören zwei Vorstellungsräume. Im Szeneraum lassen sich noch die Ränder des alten Schwimmbeckens erahnen, eine Wendeltreppe führt auf die Empore, wo heute die Lichtanlage ist, und an der Decke befindet sich eine Reihe an Milchglasfenstern, die den Raum mit Tageslicht fluten. Der kleinere Saal, das Kesselhaus und die Freilichtbühne im Garten, das Außenbecken sind ebenfalls immer noch im alten Stil erhalten. Die Bestuhlung der Räume ist immer unterschiedlich und passt sich den Gegebenheiten des Stückes an.
Das Theater am Marienbad bietet außergewöhnliche Kulturangebote für "nicht ausschließlich" junges Publikum in einer atemberaubenden Location. Sicher dir jetzt Tickets und erlebe die Veranstaltungen im ehemaligen Freiburger Schwimmbad live.
Das Gebäude des Theaters im Marienbad wurde 1902 im typischen Jugendstil erbaut. Wie der Name schon sagt, wurde das Haus bis in die 1970er Jahre als Badeinrichtung genutzt. Nach der Schließung diente das Bad einer kleinen Theatergruppe als Spielstätte. Unter der Leitung von Dieter Kümmel verfolgt die Gruppe Ansätze des emanzipatorischen Kinder- und Jugendtheaters. Unter seiner Leitung und der seines Nachfolgers Hubertus Fehrenbacher entwickelte sich das Theater im Marienbad zu einem maßgebenden Mitgestalter der europäischen Kinder - und Jugendliteraturszene.
Zu der Spielstätte gehören zwei Vorstellungsräume. Im Szeneraum lassen sich noch die Ränder des alten Schwimmbeckens erahnen, eine Wendeltreppe führt auf die Empore, wo heute die Lichtanlage ist, und an der Decke befindet sich eine Reihe an Milchglasfenstern, die den Raum mit Tageslicht fluten. Der kleinere Saal, das Kesselhaus und die Freilichtbühne im Garten, das Außenbecken sind ebenfalls immer noch im alten Stil erhalten. Die Bestuhlung der Räume ist immer unterschiedlich und passt sich den Gegebenheiten des Stückes an.
Das Theater am Marienbad bietet außergewöhnliche Kulturangebote für "nicht ausschließlich" junges Publikum in einer atemberaubenden Location. Sicher dir jetzt Tickets und erlebe die Veranstaltungen im ehemaligen Freiburger Schwimmbad live.