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Immerwahr - von Sabine Friedrich
Ensemble Noctenytor  
Tickets ab 21,00 €
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Ermäßigung verfügbar
Veranstalter:
Kulturhaus Frankfurt - Die Katakombe e.V. gemeinnütziger Verein , Pfingstweidstr.2, 60316 Frankfurt, Deutschland
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Veranstaltungsinfos
Clara Immerwahr, erste promovierte Chemikerin und Gegnerin des Gaskriegs...
Um in Ruhe an ihrem Buch über diese beeindruckende historische Persönlichkeit arbeiten zu können, zieht sich Carla in das Haus ihrer verstorbenen Eltern zurück. 100 Jahre liegen zwischen ihr und der Chemikerin, und trotzdem zeigen sich in ihrer beider Biographie ungeahnte Parallelen: Der Spagat zwischen Beruf und Karriere auf der einen, Beziehung und Familie auf der anderen Seite; die gesellschaftlichen Einschränkungen des Frau-Seins, die damals wie heute den Ruf nach Gleichberechtigung laut werden lassen… Je mehr sich Carla in das Leben ihrer Protagonistin vertieft, desto deutlicher wird die Aktualität und Brisanz ihrer Lebensgeschichte:
Mit 30 Jahren hatte Clara trotz ihrer Promotion den Höhepunkt der akademischen Karriere erreicht: 1901, als unbezahlte Laborassistentin. Die Heirat mit dem Chemiker Dr. Fritz Haber scheint zunächst Möglichkeiten zu größerer wissenschaftlicher Tätigkeit aufzutun, letztlich aber nehmen die häuslichen und familiären Pflichten einen so großen Stellenwert in ihrem Leben ein, dass sie ihren Beruf vollkommen hintenanstellen muss. Ihre Gesundheit verschlechtert sich. Als 1914 Fritz Habers Erfindung der Ammoniaksynthese zur Schädlingsbekämpfung (Haber-Bosch-Verfahren) auch für die Entwicklung von Kampfgas verwendet wird und er selbst den Einsatz von Giftgas in höchstem Maße befürwortet, entwickelt sich die Ehe in eine Krise: Europa befindet sich im Krieg. Dem Kriegsministerium ist an Waffen mit großer Reichweite gelegen, die Industrie profitiert von der Forschung; Fritz Habers Erfindung sorgt für Furore. Nicht umsonst wird er später als „Vater des Gaskriegs“ bezeichnet werden. Doch Wissenschaft zu Kriegszwecken und die Degradierung des Menschen zu Ungeziefer – das widerspricht Claras Verständnis von Moral und Humanität.
Zehn Tage nach dem ersten deutschen Giftgaseinsatz an der Westfront, am 01. Mai 1915, erschießt sie sich mit der Dienstwaffe ihres Mannes – während dieser seine Beförderung zum Hauptmann der kaiserlichen Infanterie feiert. Nur wenige Tage danach kehrt ihr Mann an die Front zurück; sein Syntheseverfahren wird 1918 mit dem Chemie-Nobelpreis geehrt. In den 1920er Jahren ist er selbst mit Versuchen zur Herstellung des Schädlingsbekämpfungsmittels Zyklon B beschäftigt – dem Giftgas, das keine 20 Jahre später zur Massenvernichtung in den Konzentrationslagern verwendet wurde…
Immerwahr von Sabine Friedrich ist ein ungewöhnliches und dichtes Portrait-Theaterstück über eine selten genannte und zugleich wichtige Persönlichkeit der deutschen Geschichte. Clara Immerwahrs Bedenken und Skrupel gegenüber der (Rüstungs-)industriellen Forschung und ihrer Verwendung zu Vernichtungszwecken in großem Stil entbehren auch heute nichts an Aktualität…
Dauer: ca. 90min.; geeignet ab 12 Jahren
Regie & Spiel: Anna-Sophie Sattler & Eric Lenke
Einspieler / Stimmen: Mike Marklove u.A.
Fotographie: Andreas Kemler
Technik: Mathias Hundt, Frowin Reber
Um in Ruhe an ihrem Buch über diese beeindruckende historische Persönlichkeit arbeiten zu können, zieht sich Carla in das Haus ihrer verstorbenen Eltern zurück. 100 Jahre liegen zwischen ihr und der Chemikerin, und trotzdem zeigen sich in ihrer beider Biographie ungeahnte Parallelen: Der Spagat zwischen Beruf und Karriere auf der einen, Beziehung und Familie auf der anderen Seite; die gesellschaftlichen Einschränkungen des Frau-Seins, die damals wie heute den Ruf nach Gleichberechtigung laut werden lassen… Je mehr sich Carla in das Leben ihrer Protagonistin vertieft, desto deutlicher wird die Aktualität und Brisanz ihrer Lebensgeschichte:
Mit 30 Jahren hatte Clara trotz ihrer Promotion den Höhepunkt der akademischen Karriere erreicht: 1901, als unbezahlte Laborassistentin. Die Heirat mit dem Chemiker Dr. Fritz Haber scheint zunächst Möglichkeiten zu größerer wissenschaftlicher Tätigkeit aufzutun, letztlich aber nehmen die häuslichen und familiären Pflichten einen so großen Stellenwert in ihrem Leben ein, dass sie ihren Beruf vollkommen hintenanstellen muss. Ihre Gesundheit verschlechtert sich. Als 1914 Fritz Habers Erfindung der Ammoniaksynthese zur Schädlingsbekämpfung (Haber-Bosch-Verfahren) auch für die Entwicklung von Kampfgas verwendet wird und er selbst den Einsatz von Giftgas in höchstem Maße befürwortet, entwickelt sich die Ehe in eine Krise: Europa befindet sich im Krieg. Dem Kriegsministerium ist an Waffen mit großer Reichweite gelegen, die Industrie profitiert von der Forschung; Fritz Habers Erfindung sorgt für Furore. Nicht umsonst wird er später als „Vater des Gaskriegs“ bezeichnet werden. Doch Wissenschaft zu Kriegszwecken und die Degradierung des Menschen zu Ungeziefer – das widerspricht Claras Verständnis von Moral und Humanität.
Zehn Tage nach dem ersten deutschen Giftgaseinsatz an der Westfront, am 01. Mai 1915, erschießt sie sich mit der Dienstwaffe ihres Mannes – während dieser seine Beförderung zum Hauptmann der kaiserlichen Infanterie feiert. Nur wenige Tage danach kehrt ihr Mann an die Front zurück; sein Syntheseverfahren wird 1918 mit dem Chemie-Nobelpreis geehrt. In den 1920er Jahren ist er selbst mit Versuchen zur Herstellung des Schädlingsbekämpfungsmittels Zyklon B beschäftigt – dem Giftgas, das keine 20 Jahre später zur Massenvernichtung in den Konzentrationslagern verwendet wurde…
Immerwahr von Sabine Friedrich ist ein ungewöhnliches und dichtes Portrait-Theaterstück über eine selten genannte und zugleich wichtige Persönlichkeit der deutschen Geschichte. Clara Immerwahrs Bedenken und Skrupel gegenüber der (Rüstungs-)industriellen Forschung und ihrer Verwendung zu Vernichtungszwecken in großem Stil entbehren auch heute nichts an Aktualität…
Dauer: ca. 90min.; geeignet ab 12 Jahren
Regie & Spiel: Anna-Sophie Sattler & Eric Lenke
Einspieler / Stimmen: Mike Marklove u.A.
Fotographie: Andreas Kemler
Technik: Mathias Hundt, Frowin Reber
Ort der Veranstaltung
Das Kulturhaus Frankfurt, früher nur Spielstätte des Theaters Die Katakombe, öffnet seit 2013 seine Tore auch für andere Ensembles und erweitert somit stetig sein Programm um eine Vielzahl an Kleinkunst- und Poetry Slam-Veranstaltungen als auch interessante Inszenierungen von unter anderem dem Volkstheater Hessen, F.E.S.T. (Frankfurt English Speaking Theatre), Theater Bouvard und dem Freien Boulevard Frankfurt. Ergänzt wird dies von Einzelkünstlern und Gasttheatern. Als Kooperationspartner des Kinder-Kultur-Programms Frankfurter Flöhe und der Freiherr-vom-Stein-Schule bietet das Kulturhaus theaterpädagogische Workshops und räumt dem Kindertheater ganzjährig Platz ein. Die Räumlichkeiten leben von ihrer intimen Atmosphäre mit Sitzplätzen für 100 Personen und ermöglichen mit einer professionellen Licht- und Tonanlage die perfekte Grundlage für dramatische Inszenierungen. Kulinarische Verköstigungen sind ab der Theke und Bar ebenfalls möglich. Statten Sie dem Kulturhaus Frankfurt doch einen Besuch ab, Tickets gibt es bei uns im Vorverkauf!