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Reality Show
MEXA  
Veranstalter:
Sophiensaele GmbH , Sophienstraße 18, 10178 Berlin, Deutschland
* Preise inkl. MwSt.,
pro Bestellung
Veranstaltungsinfos
English version below
Im Rahmen von/As part of Never Work – International Performance Festival
Theater, Performance
Festsaal
Portugiesisch mit deutschen und englischen Übertiteln/Portuguese with German and English surtitles
Ca. 1h 30 Min.
Das Künstler*innenkollektiv MEXA gründete sich in einer öffentlichen Unterkunft für wohnungslose Menschen in São Paulo. Die Bewohner*innen lebten unter ständiger Überwachung in einem gemeinschaftlichen Raum, in dem regelmäßig neue Menschen ankamen und andere wegen Regelverstößen schnell wieder gehen mussten. In über einem Jahrzehnt gemeinsamer Arbeit hat sich MEXA stark verändert. Dennoch prägen die Turbulenzen ihrer Ursprünge die Gruppe bis heute.
In Reality Show bewohnen zehn Performer*innen eine wandelbare Umgebung, die zugleich an ein Zuhause und an ein Fernsehstudio erinnert. Möbel und Kameras erscheinen und verschwinden allmählich, während Live-Projektionen in Echtzeit bearbeitet werden. Die vertraute Grammatik des Reality-TV spiegelt sowohl ihre vergangenen Erfahrungen des kollektiven Zusammenlebens als auch ihr heutiges Leben im Theater wider und ruft eine Sichtbarkeit ohne Macht hervor, einen mit Erschöpfung verbundenen Glamour sowie Intimität, die zur Ware wird.
Die Gruppe hat sich entschieden, die Aufführungen in eine tatsächliche Reality-Show zu verwandeln – in der der*die Gewinner*in durch ein Eliminationsspiel ermittelt wird und am Ende der Staffel den Preis mit nach Hause nimmt. So reflektiert MEXA die eigene Entwicklung: über die Arbeit mit Autobiografie und dokumentarischem Theater sowie über die Erfindung von Bühnenpersönlichkeiten, die nur hier überhaupt möglich sind.
Die Arbeit beleuchtet auf diese Weise die Narrative, die von einer Gruppe erwartet werden, die aus Instabilität hervorgegangen ist – wo die Geschichten von Not und Mangel oft „die Show gewinnen“. Reality Show macht eindrücklich erfahrbar, wie wir alle bisweilen Versionen unserer selbst aufführen, um akzeptiert zu werden und wie hoch der Preis dieser ständigen Arbeit am Selbst ist. Fiktion wird zu einer Strategie des Dazugehörens und Überlebens auf Arbeits- und Wohnungs-Märkten, die ständige Sichtbarkeit und Selbstoffenbarung verlangen.
Konzept: MEXA
Regie, Dramaturgie: João Turchi
Performance, Co-Creators: Aivan, Ale Tradução, Dourado, Laysa Elias, Lucas Heymanns, Ph Verissima, Podeserdesligado, Suzy Muniz, Tatiane Arcanjo, Veronika Verão
Produktionskoordination: Francesca Tedeschi/Casa do Povo
Recherche, Regieassistenz: Lucas Heymanns
Videoperformer, Videokunst, technische Leitung: Laysa Elias
Sounddesign, Originalmusik: Podeserdesligado
Bühnenbild: Vão
Produktionsdesign: Lu Mugayar
Kostümdesign: Anuro Anuro, Cacau Francisco
Grafikdesign, Visual Identity: Margem
Choreografie: Alexandre Paulikevitch
Dramaturgische Mitarbeit: Julia Pedreira
Titelsong: Dourado
Lichtdesign, Videoinstallation: Bio Riff, Juliana Bucaretchi
Videotechnik: Fagner Lourenço
Lichttechnik: Claudi
Danksagungen: Guilherme Giufrida, Team von Casa do Povo, Esponja
Eine Produktion von MEXA in Koproduktion mit Sophiensæle, Festival d' Automne à Paris, Kunstenfestivaldesarts, Festival Theaterformen und Casa do Povo. Das Gastspiel wird ermöglicht durch das Goethe Institut. Never Work – Internationales Performance-Festival ist ein Festival der Sophiensæle, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds. Die Sophiensæle werden gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Medienpartner: Berlin Art Link, Missy Magazine, Siegessäule, taz.
_______________
The artists’ collective MEXA emerged within a public shelter for unhoused people in São Paulo. There, residents lived under constant surveillance in a shared space where newcomers arrived regularly and others were quickly removed for breaking the rules. Over a decade of working together, MEXA has transformed significantly. Yet, the turbulence of its origins continues to shape the group.
In Reality Show, ten performers inhabit a mutable environment that evokes both a home and a television set. Furniture and cameras gradually appear and disappear, while live projections are edited in real time. The familiar grammar of reality TV echoes both their past experience of collective living and their present life in theater, conjuring a visibility without power, glamour intertwined with exhaustion, and intimacy turned into transaction.
The group decided to turn the performance into an actual reality show—in which the winner will be determined through an elimination game and take the prize home at the end of the season. Like this, MEXA reflects on its own trajectory: on working with autobiography and documentary theater and on inventing lives on stage that would not be possible beyond it.
The work exhibits the narratives expected from a group forged in instability, where stories of hardship and scarcity often emerge as the ones most likely to “win the show.” Reality Show powerfully illustrates how we all sometimes perform versions of ourselves to be accepted—and the costs of this constant work on our self. Fiction becomes a strategy for belonging and survival on labor and housing markets that demand constant visibility and self-revelation.
Creation: MEXA
Direction, dramaturgy: João Turchi
Performers, co-creators: Aivan, Ale Tradução, Dourado, Laysa Elias, Lucas Heymanns, Ph Verissima, Podeserdesligado, Suzy Muniz, Tatiane Arcanjo, Veronika Verão
Production coordination: Francesca Tedeschi/Casa do Povo
Research, direction assistance: Lucas Heymanns
Video performer, video creation, technical direction: Laysa Elias
Sound design, original music: Podeserdesligado
Scenography: Vão
Production design: Lu Mugayar
Costume design: Anuro Anuro, Cacau Francisco
Graphic design, visual identity: Margem
Choreography: Alexandre Paulikevitch
Dramaturgical collaboration: Julia Pedreira
Original song: Dourado
Lighting design, video installation: Bio Riff, Juliana Bucaretchi
Video operator: Fagner Lourenço
Lighting operator: Claudi
Acknowledgements: Guilherme Giufrida, Casa do Povo team, Esponja
A production by MEXA in co-production with Sophiensæle, Festival d'Automne à Paris, Kunstenfestivaldesarts, Festival Theaterformen and Casa do Povo. The guest performance is made possible by the Goethe Institut. Never Work – International Performance Festival is a festival by Sophiensæle, supported by the Capital Cultural Fund (HKF). Sophiensæle is supported by the Senate Department for Culture and Social Cohesion. Media partners: Berlin Art Link, Missy Magazine, Siegessäule, taz.
Im Rahmen von/As part of Never Work – International Performance Festival
Theater, Performance
Festsaal
Portugiesisch mit deutschen und englischen Übertiteln/Portuguese with German and English surtitles
Ca. 1h 30 Min.
Das Künstler*innenkollektiv MEXA gründete sich in einer öffentlichen Unterkunft für wohnungslose Menschen in São Paulo. Die Bewohner*innen lebten unter ständiger Überwachung in einem gemeinschaftlichen Raum, in dem regelmäßig neue Menschen ankamen und andere wegen Regelverstößen schnell wieder gehen mussten. In über einem Jahrzehnt gemeinsamer Arbeit hat sich MEXA stark verändert. Dennoch prägen die Turbulenzen ihrer Ursprünge die Gruppe bis heute.
In Reality Show bewohnen zehn Performer*innen eine wandelbare Umgebung, die zugleich an ein Zuhause und an ein Fernsehstudio erinnert. Möbel und Kameras erscheinen und verschwinden allmählich, während Live-Projektionen in Echtzeit bearbeitet werden. Die vertraute Grammatik des Reality-TV spiegelt sowohl ihre vergangenen Erfahrungen des kollektiven Zusammenlebens als auch ihr heutiges Leben im Theater wider und ruft eine Sichtbarkeit ohne Macht hervor, einen mit Erschöpfung verbundenen Glamour sowie Intimität, die zur Ware wird.
Die Gruppe hat sich entschieden, die Aufführungen in eine tatsächliche Reality-Show zu verwandeln – in der der*die Gewinner*in durch ein Eliminationsspiel ermittelt wird und am Ende der Staffel den Preis mit nach Hause nimmt. So reflektiert MEXA die eigene Entwicklung: über die Arbeit mit Autobiografie und dokumentarischem Theater sowie über die Erfindung von Bühnenpersönlichkeiten, die nur hier überhaupt möglich sind.
Die Arbeit beleuchtet auf diese Weise die Narrative, die von einer Gruppe erwartet werden, die aus Instabilität hervorgegangen ist – wo die Geschichten von Not und Mangel oft „die Show gewinnen“. Reality Show macht eindrücklich erfahrbar, wie wir alle bisweilen Versionen unserer selbst aufführen, um akzeptiert zu werden und wie hoch der Preis dieser ständigen Arbeit am Selbst ist. Fiktion wird zu einer Strategie des Dazugehörens und Überlebens auf Arbeits- und Wohnungs-Märkten, die ständige Sichtbarkeit und Selbstoffenbarung verlangen.
Konzept: MEXA
Regie, Dramaturgie: João Turchi
Performance, Co-Creators: Aivan, Ale Tradução, Dourado, Laysa Elias, Lucas Heymanns, Ph Verissima, Podeserdesligado, Suzy Muniz, Tatiane Arcanjo, Veronika Verão
Produktionskoordination: Francesca Tedeschi/Casa do Povo
Recherche, Regieassistenz: Lucas Heymanns
Videoperformer, Videokunst, technische Leitung: Laysa Elias
Sounddesign, Originalmusik: Podeserdesligado
Bühnenbild: Vão
Produktionsdesign: Lu Mugayar
Kostümdesign: Anuro Anuro, Cacau Francisco
Grafikdesign, Visual Identity: Margem
Choreografie: Alexandre Paulikevitch
Dramaturgische Mitarbeit: Julia Pedreira
Titelsong: Dourado
Lichtdesign, Videoinstallation: Bio Riff, Juliana Bucaretchi
Videotechnik: Fagner Lourenço
Lichttechnik: Claudi
Danksagungen: Guilherme Giufrida, Team von Casa do Povo, Esponja
Eine Produktion von MEXA in Koproduktion mit Sophiensæle, Festival d' Automne à Paris, Kunstenfestivaldesarts, Festival Theaterformen und Casa do Povo. Das Gastspiel wird ermöglicht durch das Goethe Institut. Never Work – Internationales Performance-Festival ist ein Festival der Sophiensæle, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds. Die Sophiensæle werden gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Medienpartner: Berlin Art Link, Missy Magazine, Siegessäule, taz.
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The artists’ collective MEXA emerged within a public shelter for unhoused people in São Paulo. There, residents lived under constant surveillance in a shared space where newcomers arrived regularly and others were quickly removed for breaking the rules. Over a decade of working together, MEXA has transformed significantly. Yet, the turbulence of its origins continues to shape the group.
In Reality Show, ten performers inhabit a mutable environment that evokes both a home and a television set. Furniture and cameras gradually appear and disappear, while live projections are edited in real time. The familiar grammar of reality TV echoes both their past experience of collective living and their present life in theater, conjuring a visibility without power, glamour intertwined with exhaustion, and intimacy turned into transaction.
The group decided to turn the performance into an actual reality show—in which the winner will be determined through an elimination game and take the prize home at the end of the season. Like this, MEXA reflects on its own trajectory: on working with autobiography and documentary theater and on inventing lives on stage that would not be possible beyond it.
The work exhibits the narratives expected from a group forged in instability, where stories of hardship and scarcity often emerge as the ones most likely to “win the show.” Reality Show powerfully illustrates how we all sometimes perform versions of ourselves to be accepted—and the costs of this constant work on our self. Fiction becomes a strategy for belonging and survival on labor and housing markets that demand constant visibility and self-revelation.
Creation: MEXA
Direction, dramaturgy: João Turchi
Performers, co-creators: Aivan, Ale Tradução, Dourado, Laysa Elias, Lucas Heymanns, Ph Verissima, Podeserdesligado, Suzy Muniz, Tatiane Arcanjo, Veronika Verão
Production coordination: Francesca Tedeschi/Casa do Povo
Research, direction assistance: Lucas Heymanns
Video performer, video creation, technical direction: Laysa Elias
Sound design, original music: Podeserdesligado
Scenography: Vão
Production design: Lu Mugayar
Costume design: Anuro Anuro, Cacau Francisco
Graphic design, visual identity: Margem
Choreography: Alexandre Paulikevitch
Dramaturgical collaboration: Julia Pedreira
Original song: Dourado
Lighting design, video installation: Bio Riff, Juliana Bucaretchi
Video operator: Fagner Lourenço
Lighting operator: Claudi
Acknowledgements: Guilherme Giufrida, Casa do Povo team, Esponja
A production by MEXA in co-production with Sophiensæle, Festival d'Automne à Paris, Kunstenfestivaldesarts, Festival Theaterformen and Casa do Povo. The guest performance is made possible by the Goethe Institut. Never Work – International Performance Festival is a festival by Sophiensæle, supported by the Capital Cultural Fund (HKF). Sophiensæle is supported by the Senate Department for Culture and Social Cohesion. Media partners: Berlin Art Link, Missy Magazine, Siegessäule, taz.
Ort der Veranstaltung
Die Sophiensæle sind ein Haus für KünstlerInnen und Publikum, in dem die Begegnung zwischen beiden Gruppen im Mittelpunkt steht. Die wechselhafte Geschichte des Gebäudes und dessen ursprüngliche Bestimmung als Versammlungs-, Weiterbildungs- und Festort ist in der Gebäudearchitektur, an den Wänden und Decken der Räume weiterhin spürbar und schafft einen einzigartigen Rahmen für künstlerische Produktion und Begegnung.