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GIRA
Veranstalter:
Kultursprünge im Ballhaus Naunynstraße gGmbH , Naunynstraße 27, 10997 Berlin, Deutschland
Veranstaltungsinfos
Porträtperformance Natasha Vergilio
– Während der Aufführung wird Stroboskoplicht verwendet!
auf Portugiesisch mit Englischen ÜT
Der Körper ist das Medium, um in immer neue Welten vorzudringen. Der Körper ist unterdrückt, der Körper ist frei. Natasha Vergilios Kunst besteht darin, mit der Fliehkraft der eigenen Körperbewegung in neue Räume vorzustoßen, für sich und für andere – nun zeigt sie Gira, ihre Porträtperformance am Ballhaus Naunynstraße!
Wenn sie zurückschaut, sieht sie im sandigen Boden die Spuren vieler Füße. Ist das Ich allein? Im europäischen, marktförmigen Denken ist das Ich ein autonomer Punkt, weniger als ein Stern. Wahrscheinlicher ist aber: das Ich ist uma banda. Wir sind, weil andere vor uns waren. Und andere mit uns sind.
Tagtäglich wird eingeübt, nicht aufzufallen, nicht zu missfallen, keine Angst zu wecken. Das Patriachat nimmt Zeit und Energie. Natasha Vergilio tanzt, denn geerbt sind nicht nur die Techniken des gesenkten Blicks, sondern auch die Kraft und der Mut aufzufallen, das Gegenüber zum Schwingen zu bringen und das Leben hervorzubringen. Sie tanzt, weil einige vor ihr den Boden gefestigt haben, Begriffe erfanden wie „queer“ und „non-binär“, weil sie Beziehungen entwickelten. Sie tanzen, weil das Ich so viele sind: Vorfahrinnen, Geister und Gesandte, pomba giras, weil sie vielleicht bereits gelebt haben und somit das Leben kennen, weil sie nicht allein sind. Sie tanzen, um im Widerstand die Schwingung zu erzeugen, die das Leben lebendig sein lässt, um Funken zu schlagen.
Natasha Vergilio verneigt sich an diesem Abend vor der weiblichen Seite ihrer Familie; indem sie aufrecht, in Kreisen voran, neue Räume ertanzt.
Porträtperformances sind ein Wagnis: Hier zählt nicht das Rollenprofil, das, was man schon immer gemacht hat, weil Andere, Regisseur*innen und Produzent*innen, das „in“ einem sehen, sondern das, was man selbst erzählen will. PORTRÄT ist die Einladung an Künstler*innen, sich und das, was ihnen wichtig ist, zu zeigen. Es ist die Einladung an das Publikum, Künstler*innen in bisher nicht gesehener Komplexität zu begegnen.
Foto: Zé de Paiva
– Während der Aufführung wird Stroboskoplicht verwendet!
auf Portugiesisch mit Englischen ÜT
Der Körper ist das Medium, um in immer neue Welten vorzudringen. Der Körper ist unterdrückt, der Körper ist frei. Natasha Vergilios Kunst besteht darin, mit der Fliehkraft der eigenen Körperbewegung in neue Räume vorzustoßen, für sich und für andere – nun zeigt sie Gira, ihre Porträtperformance am Ballhaus Naunynstraße!
Wenn sie zurückschaut, sieht sie im sandigen Boden die Spuren vieler Füße. Ist das Ich allein? Im europäischen, marktförmigen Denken ist das Ich ein autonomer Punkt, weniger als ein Stern. Wahrscheinlicher ist aber: das Ich ist uma banda. Wir sind, weil andere vor uns waren. Und andere mit uns sind.
Tagtäglich wird eingeübt, nicht aufzufallen, nicht zu missfallen, keine Angst zu wecken. Das Patriachat nimmt Zeit und Energie. Natasha Vergilio tanzt, denn geerbt sind nicht nur die Techniken des gesenkten Blicks, sondern auch die Kraft und der Mut aufzufallen, das Gegenüber zum Schwingen zu bringen und das Leben hervorzubringen. Sie tanzt, weil einige vor ihr den Boden gefestigt haben, Begriffe erfanden wie „queer“ und „non-binär“, weil sie Beziehungen entwickelten. Sie tanzen, weil das Ich so viele sind: Vorfahrinnen, Geister und Gesandte, pomba giras, weil sie vielleicht bereits gelebt haben und somit das Leben kennen, weil sie nicht allein sind. Sie tanzen, um im Widerstand die Schwingung zu erzeugen, die das Leben lebendig sein lässt, um Funken zu schlagen.
Natasha Vergilio verneigt sich an diesem Abend vor der weiblichen Seite ihrer Familie; indem sie aufrecht, in Kreisen voran, neue Räume ertanzt.
Porträtperformances sind ein Wagnis: Hier zählt nicht das Rollenprofil, das, was man schon immer gemacht hat, weil Andere, Regisseur*innen und Produzent*innen, das „in“ einem sehen, sondern das, was man selbst erzählen will. PORTRÄT ist die Einladung an Künstler*innen, sich und das, was ihnen wichtig ist, zu zeigen. Es ist die Einladung an das Publikum, Künstler*innen in bisher nicht gesehener Komplexität zu begegnen.
Foto: Zé de Paiva
Ort der Veranstaltung
Das 2008 von Shemin Langhoff gegründete Ballhaus Naunynstraße in Berlin-Kreuzberg hat es sich zur Aufgabe gemacht, der zweiten und dritten Generation der Zugewanderten eine Bühne zu geben, um sich politisch und künstlerisch präsentieren zu können. Mit seiner künstlerischen Praxis des postmigrantischen Theaters hat das Ballhaus Naunynstraße die Theaterlandschaft Deutschlands nachhaltig verändert. Seit 2013 werden unter der Leitung von Wagner Carvalho vor allem Schwarze, Queere und Perspektiven of Colour ins Zentrum des Schaffens gestellt und geben somit den Impuls für Reflexionen der postkolonialen Strukturen sowohl im Alltag als auch in der Kunst. Das Theater ist Vermittler der Aufarbeitung der deutschen kolonialen Vergangenheit in unserer Gesellschaft und setzt sich gegen strukturellen Rassismus und intersektionale Ausschlussmechanismen ein. Das Ballhaus Naunynstraße bildet einen Rahmen für die Produktion von Kunst und für die Entwicklung eigener Geschichten. Dazu gehört auch die Förderung von Quereinsteigern und die Nachwuchsförderung über die kulturelle Bildung der akademie der autodidakten so wie eine kontinuierliche thematische Entwicklung von Eigenproduktionen, internationalen Gastspielen, die Theater, Tanz, Performance, Diskussionsveranstaltungen, Filmreihen, Konzerte, Lesungen und Festivals beinhalten. Das seit 2013 stattfindende Festival Black Berlin Black wurde 2023 mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet.