
Das 2008 von Shemin Langhoff gegründete Ballhaus Naunynstraße in Berlin-Kreuzberg hat es sich zur Aufgabe gemacht, der zweiten und dritten Generation der Zugewanderten eine Bühne zu geben, um sich politisch und künstlerisch präsentieren zu können. Mit seiner künstlerischen Praxis des postmigrantischen Theaters hat das Ballhaus Naunynstraße die Theaterlandschaft Deutschlands nachhaltig verändert. Seit 2013 werden unter der Leitung von Wagner Carvalho vor allem Schwarze, Queere und Perspektiven of Colour ins Zentrum des Schaffens gestellt und geben somit den Impuls für Reflexionen der postkolonialen Strukturen sowohl im Alltag als auch in der Kunst. Das Theater ist Vermittler der Aufarbeitung der deutschen kolonialen Vergangenheit in unserer Gesellschaft und setzt sich gegen strukturellen Rassismus und intersektionale Ausschlussmechanismen ein. Das Ballhaus Naunynstraße bildet einen Rahmen für die Produktion von Kunst und für die Entwicklung eigener Geschichten. Dazu gehört auch die Förderung von Quereinsteigern und die Nachwuchsförderung über die kulturelle Bildung der akademie der autodidakten so wie eine kontinuierliche thematische Entwicklung von Eigenproduktionen, internationalen Gastspielen, die Theater, Tanz, Performance, Diskussionsveranstaltungen, Filmreihen, Konzerte, Lesungen und Festivals beinhalten. Das seit 2013 stattfindende Festival Black Berlin Black wurde 2023 mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet.
Quelle: ADticket.de