Senkrechtstarter und Erfolgsliteraten
Benjamin von Stuckrad-Barre hat das geschafft, wovon andere auf ihrem Weg in die Welt der Medien und des Journalismus nur träumen. Als Reporter und Redakteur für namhafte Printmedien wie die FAZ, den Stern und die taz macht von Stuckrad-Barre erste Gehversuche in der Nachrichten- und Journalismusbranche. Ob Redaktionsarbeit bei der ARD, Autorentätigkeiten für die Harald Schmidt-Show oder Produktmanagement in der Musikbranche - Der 1975 in Bremen geborene Autor, Schriftsteller und Moderator startet voll durch. Und das ganz ohne Studium. Ende der 90er Jahre widmet sich von Stuckrad-Barre dann dem, was ihn in der Autorenlandschaft der frühen 2000er-Jahre nicht nur berühmt sondern auch berüchtigt werden lässt: Dem Schreiben.
Mit seinem Debütroman Soloalbum feiert der Autor 1998 seinen unangefochtenen Durchbruch samt Romanverfilmung mit Matthias Schweighöfer und Nora Tschirner in der Hauptrolle. Ein Roman, wie er zeitgemäßer nicht sein könnte, eine Geschichte, die fast schon zu authentisch daherkommt, als dass sie ausgedacht ist. Alkoholprobleme, Freundin weg, pleite und verloren in den Tiefen des erbarmungslosen Musikbiz. Gewisse Parallelen sind nicht zu leugnen, schonungslos und mit klaren Worten nennt der damals 23-jährige Jung-Schriftsteller alle Kinder beim Namen - und macht sich selbst einen im Literaturbusiness. Mit großem Erfolg veröffentlicht Benjamin von Stuckrad-Barre Textsammlungen wie Remix 1 (1999), die Erzählung Livealbum (1999), etliche weitere Publikationen wie Auch Deutsche unter den Opfern (2010), Panikherz (2016) und das Buch Ich glaub mir geht's nicht so gut, ich muss mich mal irgendwo hinlegen - Remix 3 (2017). Zudem avanciert von Stuckrad-Barre immer weiter zum Entertainer und moderiert u.a Fernsehshows auf ZDFneo, Tele 5 oder ist auf Lesereise unterwegs.
Der Erfolg und das berauschende Leben im Scheinwerferlicht gehen jedoch auch an Benjamin von Stuckrad-Barre nicht spurlos vorbei. 2006 enthüllt der Autor seine Alkohol- und Drogenprobleme in aller Öffentlichkeit und lässt sich während des Entzugs in der Klinik sogar von der Kamera begleiten. Die Fotografin und Videoinstallateurin zeigt den Schriftsteller 2006 von seiner zerbrechlichsten und vielleicht sogar menschlichsten Seite. Gezeichnet von der Sucht und anderen Krankheiten, kehrt von Stuckrad-Barre im Dokumentarfilm Rausch und Ruhm sein Innerstes nach außen wie nie zuvor. Im Bestseller Panikherz, der 2018 als Theaterstück inszeniert wird, verarbeitet er seine Vergangenheit und lässt seine Leserschaft an einer nie dagewesenen, brutalen Selbstoffenbarung teilhaben. Nach erfolgreichem Entzug 2008, arbeitet von Stuckrad-Barre wieder als Journalist und Moderator. Gemeinsam mit Jasna Fritzi Bauer nimmt er 2019 einen Podcast auf und mit dem Schweizer Erfolgsautor Martin Suter unterhält er sich im Gesprächsband Alle sind so ernst geworden 2020 über Badehosen, Glitzer und LSD.
Quelle: ADticket.de