Bohren & der Club of Gore -Tristesse in Gestalt von Dark-Jazz
Schummriges Licht, abgedunkelte Bühnen und ein langsames, verzweifeltes aber anmutiges Saxophon. Der Fokus liegt allein auf der Akustik, auf den sphärischen und düsteren Klangwelten von Bohren & der Club of Gore. Die Live-Konzerte der Pioniere des Doom-Jazz konstituieren einen Raum, der zwischen der grauen Alltags-Monotie und einer melancholischen, aber tröstenden Parallelwelt oszilliert. Kontrabass, Klavier, Schlagzeug und Saxophon erzeugen eine laute, ewige Stille, zähe Ereignislosigkeit mit Tiefe – ein nie endender Herbstblues, an einem verregneten Fenster einer kalten Großstadt bei Nacht. Alben wie Beileid, Piano Nights oder Black Earth spiegeln den Wesenskern des fortwährenden musikalischen Themas wider. Bohren & der Club of Gore zelebriert Akkorde in Moll und Trostlosigkeit, aber vor allem auch den Moment.
Das Trio bestehend aus Morten Grass, Robin Rodenberg und Christoph Clöser gründete sich 1988 in Mühlheim an der Ruhr, zunächst als vierköpfige Heavy-Metal-Band mit Hardcore-Einflüssen unter dem Namen Bohren. Der Metal-Einheitsbrei erfüllte die Künstler nicht mehr, deshalb musste 1992 ein massiver Stilwechsel her. Aus Krach wurde innovativer, jazziger sowie meditativer Ambient – Doom-Jazz unter dem Namen Bohren & der Club of Gore war geboren. Ein Stillleben kollektiver Tristesse, welches zum Versinken einlädt und die Hörer hypnotisiert.
Stellvertretend dafür steht unter anderem das aktuelle Album Patchouli Blue. Das von Kritikern und Fans hochgelobte Werk entführt die Zuhörerschaft erneut in düstere und mystische Klangewelten, die die Fantasie beim Zuhören anregen und die Gedanken förmlich sprudeln lassen. Die Platte entwickelte sich zum vollen Erfolg und erreichte Platz 21 der deutschen Charts.
Quelle: dm/ao | ADticket.de