Bild: Dan Mangan
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Information zur Veranstaltung

Für viele Romantiker ist Kanada das Schweden Nordamerikas. Endlose Wälder, atemberaubende Landschaften, niedrige Kriminalitätsrate, Healthcare, die Inseln vor Vancouver, Degrassi Junior High, auch Michael Moore findet es cool. Irgendwie alles liberaler und auch der kanadische Soundtrack bietet seit langem so einiges an romantischem Identifikationspotential für die geplagte europäische Seele. Angefangen bei Neil Young und ähm Bryan Adams über coolere Sachen wie Broken Social Scene und Feist bis hin zu Arcade Fire.

Dan Mangan passte da bisher auch ganz gut rein, ein kanadischer Indie-Star mit zwei JUNO Awards in der Tasche. Dan Mangan trägt einen Bart, posierte mit Katzen auf Pressefotos und erfüllt eigentlich alle Klischees, die man sich von einem kanadischen Barden so erwartet. Inklusive Hits, denen man so nie im deutschen Radio begegnet, aber deren Zeilen fast jeder kennt, der sich auch nur ansatzweise mit moderner Gitarrenmusik aus Nordamerika beschäftigt hat. Und übrigens ist Dan Mangan auch live fantastisch, weswegen er irgendwann mal für Kate und William (genau, die Königskinder!) spielen durfte als einer der auserwählten Repräsentatoren der kanadischen Indierock-Szene.

Dieser Poster Boy also kommt jetzt und schmeißt uns ein schwerverdauliches Album vor die Füße. Wohlfühl-Folk zum Sehnsüchteln klingt jedenfalls anders. Das hier ist Kanada in Echt, wunderschön aber mehr als nur eine Projektionsfläche. Ein Land, das sich in den letzten Jahren nicht nur mit einer konservativen Regierung und Crack rauchenden Bürgermeistern rumplagen musste. Ein Land, das sich grundlegend verändert und nicht nur zum Guten, wie viele empfinden.  

Der Name seiner Band Dan Mangan + Blacksmith bezeichnet den Beginn einer neuen Ära in Dan Mangan’s Arbeit. Das Resultat ist ein starkes und mutiges Album, das tatsächlich völlig anders klingt, als man das von Dan Mangan gewohnt war. Vorbei sind die Zeiten der fröhlich, naiven Sing-Alongs. Auf „Club Meds“ betritt Mangan seine Blaue Phase. Tief dunkel und unglaublich schwer lasten die Arrangements oftmals auf dem Hörer. Fordernd, ja geradezu anstrengend, aber nach ein paar Mal hören kriegt man alles zurück bezahlt, auf Heller und Pfennig. Es entwickelt sich eine dunkle, tiefblaue Kraft voller Schönheit, Komplexität und Energie. Eine Platte für Fortgeschrittene, für die ehemaligen Romantiker, die vielleicht verzweifelt, aber bereit sind für ein besseres Jetzt zu kämpfen. In Freiburg gastiert Dan Mangan mit einer Special Solo Performance.