Die Sterne - Wenn Form und Inhalt stimmen
Es beginnt mit einem verregneten Sommer 1987. Ganz tief über Irland. Ich will dich. F*ckt das System, denn alles wird teurer. Scheinbar haben wir einfach den Anfang verpasst, völlig unkonzentriert. So fängt das damals mit den Sternen Ende der 80er an. Als die Nachfolger von Ton Steine Scherben werden sie gehandelt, man schreibt sie der "Hamburger Schule" zu. Das bekämpfen sie vehement, aber nicht erfolgreich.
Die Sterne sind bereits alte Hasen. Lyrische Eloquenz gepaart mit musikalischer Leichtigkeit ist das Konglomerat, was dem Hörer hier auf dem Silbertablett serviert wird. Man nenne es Indie-Pop, Elektro, Soul, Funk oder einfach Hip Hop. Das mit diesen Schubladen ist immer so eine Sache und wenn man bei dieser Kombo aus dem Norden etwas mit Sicherheit sagen kann, dann ist es, dass man sie nicht einfach irgendwo platzieren kann. Frank Spilker, Thomas Wenzel und Christoph Leich releasen mittlerweile ihre Alben über das bandeigene Record Label "Materie Records". Auch der Longplayer 24/7 wurde über das Label releast und das Album geht wie immer direkt ins Ohr. Man will jegliche Extremitäten zum Takt der Musik bewegen. Während bereits Arbeiter zu Universal Tellerwäscher streikten, geht Was hat dich bloß so ruiniert sofort unter die Haut und mitten in die Seele.
Pünktlich zum Beginn der Corona Pandemie 2020, erschien das 12. Album Die Sterne. Das Album begrenzt sich nicht nur auf die Band, sondern ist in Zusammenarbeit mit den Düsseldorf Düsterboys, Erobique und Von Spar, so wie mit Untermalungen in einzelnen Songs durch die Streicher des Kaiser Quartett entstanden. Der Song Du musst gar nichts hat sich zum Soundtrack der ersten Phase der Pandemie gemausert. 2024 erscheint das Best Of-Album Grandezza zum 30-jährigen Jubiläum und feiert drei Jahrzehnte großartige Lyrik und Melodie.
Quelle: ADticket.de