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Bild: Götz AlyBild: Götz Aly
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Information zur Veranstaltung

Debatten über den Umgang mit der Kolonialgeschichte prägen seit Längerem den öffentlichen Diskurs. Neben Denkmälern und Straßennamen zeugen Museumsobjekte von den einstigen Kolonien. Doch wie sind sie zu uns gekommen und woher stammen sie? Der Historiker Götz Aly deckt in seinem aktuellen Buch „Das Prachtboot“ auf, dass es sich in den allermeisten Fällen um koloniale Raubkunst handelt, und erzählt, wie brutal deutsche Händler, Abenteurer und Ethnologen in der Südsee auf Raubzug gingen. Auf der Insel Luf zerstörten sie Hütten und Boote und rotteten die Bewohner fast vollständig aus. 1902 rissen Hamburger Kaufleute das letzte, von den Überlebenden geschaffene Hochseeboot an sich. Heute ist das weltweit einmalige Prachtstück im neu eröffneten Berliner Humboldt Forum zu sehen.

Mit seinem aktuellen Buch leistet Götz Aly einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung von Raubkunst, Kolonialismus und Rassismus und erzählt zugleich ein erschütterndes Stück deutscher Geschichte. Auch mit dieser Publikation gelingt es dem Querdenker Aly, der zu den führenden Zeithistorikern gehört, Debatten anzuregen. Aly erschüttert mit seinen Forschungen immer wieder Gewissheiten, konservative wie linke, und schreckt dabei nicht vor ungemütlichen Einsichten zurück.

Götz Aly, Jahrgang 1947, ist Historiker und Journalist. Er arbeitete für die „taz“, die „Berliner Zeitung“ und als Gastprofessor. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Heinrich-Mann-Preis und dem Ludwig-Börne-Preis. Bei S. Fischer veröffentlichte er 2011 »Warum die Deutschen? Warum die Juden? Gleichheit, Neid und Rassenhass 1800-1933« sowie 2013 »Die Belasteten. ›Euthanasie‹ 1939-1945. Eine Gesellschaftsgeschichte«. 2017 erschien seine große Studie über die europäische Geschichte von Antisemitismus und Holocaust »Europa gegen die Juden 1880–1945«. Für dieses Buch erhielt er 2018 den Geschwister-Scholl-Preis.