Bild: Hamburger Graphic Novel TageBild: Hamburger Graphic Novel Tage
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Information zur Veranstaltung

Die 8. Hamburger Graphic Novel Tage bringen mit jeweils zwei Gästen aus Frankreich und Amerika Repräsentanten der großen Comickulturen ins Gespräch mit deutschen Künstlern.

Zum Auftakt treffen sich zwei Virtuosen der Form mit Lust am grafischen Spiel: Jochen Gerner aus Nancy hat in Frankreich Furore gemacht mit seinen Grenzgängen zwischen Comic und Kunst, bei denen er Erzählweisen und Theorie zum Gegenstand seiner Geschichten macht. Henning Wagenbreth aus Berlin, einer der profiliertesten deutschen Hochschullehrer für Grafikdesign, sucht sich für seine Comics ungewöhnliche literarische und alltägliche Anregungen, die er in am expressionistischen Holzschnitt orientiertem Stil zeichnet.

Am zweiten Abend kommt Nora Krug aus New York. Die gebürtige Karlsruherin ist gerade weltweit mit ihrem Buch »Heimat« erfolgreich, in dem sie das Verhalten ihrer Familie im »Dritten Reich« und das eigene Verhältnis zur deutschen Geschichte ergründet. Mit Hamed Eshrat aus Berlin trifft sie auf einen Kollegen, der sowohl einen virtuosen autobiografischen Comic (»Venustransit«) als auch jüngst eine Geschichte über Widerstand gegen den NS-Staat (»Nieder mit Hitler«) gezeichnet hat.

Danach reist aus Paris die Zeichnerin Catherine Meurisse an, eine der Überlebenden der früheren Redaktion von »Charlie Hebdo«. Nach dem atemraubenden Erinnerungsband »Die Leichtigkeit « erzählt das neue Buch »Weites Land« von der Wichtigkeit der Landschaft für ihr Leben und ihre Kunst. Mikael Ross aus Berlin ist für sein jüngstes Album »Der Umfall« ebenfalls aufs Land gegangen: in ein großes Projekt für betreutes Wohnen und Arbeiten, das Behinderte und Nichtbehinderte zusammenleben lässt. Entstanden ist daraus einer der schönsten und witzigsten deutschen Comics.

Den Abschluss machen Jason Lutes aus Vermont und Arne Jysch aus Berlin, verstärkt an diesem Abend durch den deutschen Erfolgsautor Volker Kutscher, den mit beiden Zeichnern seine Begeisterung für die Weimarer Republik verbindet. Für Jason Lutes’ nach zwei Jahrzehnten Arbeit nun abgeschlossenen Zyklus »Berlin« hat er das Vorwort zur deutschen Ausgabe geschrieben, für Arne Jyschs »Der nasse Fisch« lieferte Kutscher mit dem Auftaktband zu seiner Gereon-Rath-Krimireihe die Vorlage.