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Man muss sich das einfach mal kurz vorstellen, weil es sich ja um eine Karriere handelt, wie sie heute angeblich gar nicht mehr möglich ist: Zwei namenlose Geschwister, Eva und Philipp Milner, nehmen 2010 eine kleine, feine, besondere Platte auf – und ganz langsam, Schritt für Schritt und ohne großes Budget oder Radio-Airplay wird daraus eine der tollsten Indie-Geschichten der letzten Jahre. Weil diese Musik immer mehr Menschen etwas bedeutet. Der Zeitpunkt lässt sich nicht mehr so genau festlegen, aber irgendwann wurde alles immer größer und aufregender. Hundreds gaben Konzerte in ganz Europa, unter anderem in Paris, London, Mailand und Brüssel. Sie spielten ausverkaufte Shows in der Berliner Volksbühne und auf Kampnagel in Hamburg, waren auf internationalen Festivals wie dem South by Southwest (Austin, Texas), Iceland Airwaves und The Great Escape (UK). Und während sie all diese Reisen unternahmen und ihr erstes Album „Hundreds“ in immer mehr europäischen Ländern veröffentlicht wurde, war aus den Bedroom-Geschwistern auf sehr organische Weise ein veritables Indie- Familienunternehmen geworden.

Nicht falsch verstehen: Natürlich sind Hundreds längst noch keine Stars. Sie haben aber – als deutsche Band mit englischen Texten! – international für Aufsehen gesorgt und sich in die Herzen vieler Menschen gespielt. Das alleine wäre schon Verdienst genug, das wirklich Bemerkenswerte an Hundreds ist jedoch ihr ingeniöser Stil. Am ehesten könnte man diese Musik vielleicht mit Massive Attack, Dido oder Little Dragon vergleichen. Letzen Endes greifen aber alle Vergleiche zu kurz: Zusammen mit einigen anderen haben die Milners genau jene Mischung aus Post Rock, Synthie-Pop, R&B, Folk und Elektronik etabliert, die in den Jahren nach ihrem Debüt durch internationale Vertreter wie James Blake auf der einen und Woodkid auf der anderen Seite des Spektrums zum State of the Art im Pop unserer Tage geworden ist. Insofern, das kann mal ruhig mal so sagen, sind Hundreds nicht zuletzt auch Pioniere.

So entstand eine Platte, die geprägt ist von den Erfahrungen der vergangenen vier Jahre. Musik, die von Spannung und Dynamik sowie von hypnotischen Spannungsbögen wie in „Ten Headed Beast“ lebt, in der sparsam hingetupfte Momente auf große Gefühle folgen und umgekehrt. Immer noch sind Hundreds zuerst eine elektronische Band, aber nun eben eine wärmere, songorientiertere und organischere als das zuletzt der Fall war. Auch wenn sie es am Anfang nicht wussten, sagt Eva Milner heute: „Wir wollten genau hier hin.
Wir wollten diesen Sound entwickeln und diese Gefühle ausdrücken.“ Und das hört man tatsächlich. In „Our Past“ etwa lassen sie sich ganz viel Zeit. Der Song steigert sich langsam, entwickelt einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann, türmt sich immer weiter auf und wird schließlich zu einem gewaltigen Monster.