Bild: Konrad Beikircher
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Information zur Veranstaltung

Wiener Klassik - ein sehr spezieller Cabaret-Abend

Natürlich nicht Mozart und Beethoven sondern Qualtinger, Hans Moser, Gerhard Bronner und Konsorten. Der Südtiroler Konrad Beikircher hat schon als zehnjähriger Qualtinger gesungen und mit Wiener Cabaret der 50-er Jahre die Gasthäuser im Pustertal und Umgebung unterhalten. Es macht schon fast morbide Laune, ihm zuzuhören, wenn er in der HochZeit des Wiener Cabarets schwelgt.


Passt schon!

Auch und besonders mit 71!!!! Es gibt viel zu erzählen, vielleicht sogar mehr als früher! Wie ist das denn mit dem alt werden (Sie wissen schon: lang leben wollen alle, nur alt werden will keiner):eine Last oder einfach nur geil? Das neue Altern ist anders: Kreuzfahrten, Krankenhaus und andere Urlaubsorte. Ich bleibe dabei: es gibt nix Spannenderes als Menschen beim Leben zuzuschauen. Davon erzähle ich und freue mich darauf, Sie damit zu unterhalten. Sie werden sehen: wir kriegen Spaß!


Sternstunde - Ein Weihnachtsprogramm


Die stillste Zeit im Jahr ist in unseren Städten die lauteste. Da darf man auch auf der Bühne mal mit Zimtsternen werfen, oder?! Konrad Beikircher hat zu diesem Thema Geschichten und das ein oder andere Lied zusammengesucht und das sind köstliche, abartige, zum Schreien komische und zum Kuscheln traute Geschichten. Das ein oder andere Lied und die ein oder andere rheinische Geschichte runden das Programm ab. Im Senftöpfchen-Theater seit Jahren ein Muss zur Vorweihnachtszeit!

„Ich verspreche Ihnen, es wird heiter, es wird duften und wir werden es uns schön machen!“ (Konrad Beikircher)


500 Jahre falscher Glauben


Manchmal ist es schon kurios, wie ein Programm entsteht und passt doch genau in die Klischees: wir Kleinkünstler, Nachkommen der Hofnarren und des fahrenden Volks, wie Hüsch immer sagte, gelten ja heutzutage als die Welterklärer schlechthin. Wir wissen alles und können alles unterhaltsam jedem beibringen. Ich glaube aber eher, dass das so ist: wir wissen nix, können aber alles erklären. Wie dem auch sei: ich habe nie im Traum daran gedacht, dass ich mal was über Martin Luther was erzählen würde, meine Domänen sind ja klassische Musik, canzoni italiane, Literatur, Sprache und Dialekte, da „geht das Telefon“ (wie man im Rheinland sagt, was immerhin besser ist als in den Niederlanden, wo es „opbellt“) und es kommt von einem Geistlichen die Frage, ob „Der Beikircher“ nicht zehn Minuten, halbes Stündchen was zum 5oo. Jahrestag des Thesenanschlags in Wittenberg machen könnte. Aha. Also Martin Luther. Für einen, der katholisch aufgewachsen ist, in Südtirol, wo man Luther eher für ein Bier hält („Luther – das Bier mit Bäffchen“ und „Protestier mit Luther Bier!“), eine ungewöhnliche Anfrage. Aber reizvoll. Also sage ich zu und knie mich hinein. Und weil ich so ein Renaissance-Freak bin, und weil ich so ein Geschichten-Über-Päpste-Fan bin und weil ich mir dachte, wenn einer Augustiner-Mönch war, wird er schon kein schlechter Kerl gewesen sein und weil es mir immer schon Spaß gemacht hat, ein bisschen über ‚Protestanten’ zu frozzeln, ich meine: die haben ja auch die Marotte erfunden, abends nur kalt zu essen, was jedem, der italienisches Feeling lebt, ein Gräuel ist, ‚Abendbrot’, ph!, wie kann man ein eh schon genuß-feindliches Wort auch noch wörtlich nehmen!?, weil das alles so ist, habe ich 5o Kilo Luther-Bücher gekauft, natürlich nur das Neueste, mir seine Tischgespräche neben den Teller gelegt (ich esse nämlich auch abends gerne warm!!!) und ab ging die Reise in den evangelischen Urknall. Und was hat das für einen Spaß gemacht! Gleichzeitig aber kam immer mehr der Gedanke hoch, dass es langweilig wäre, nur zu frozzeln und dass ich bei diesem Thema schon auch wirklich Position beziehen muss. Also stand ich da und kam nicht drumherum, beide Seiten mit dem Weihwasserschwengel und mit der Narrenklatsche zu bedenken und das hat nicht nur Spaß gemacht, sondern mir auch die Befriedigung gegeben, dass ich mich mit meinen Überlegungen zu Luther und 5oo Jahren falscher Glauben nicht zu verstecken brauche.
Ich finde: ein Himmel, in dem man nicht lachen darf, wäre nix für mich. Und weil ich gläubig bin und weil ich heiter bin, lasse ich mir den Glauben an einen souveränen, humorvollen Herrgott nicht nehmen.

(Foto: © Tomas Rodriguez)