Bild: René Steinberg
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Information zur Veranstaltung

An einem Abend mit Steinberg soll es ordentlich rund gehen. Aber „mit Schmackes!“, wie man bei ihm im Ruhrgebiet sagt. Denn „rund“ geht es bei vielen nur, weil sie im Hamsterrad feststecken – gefangen im Optimierungswahn, bei dem sich Beziehungen „lohnen“ müssen, da man sich Probleme „sparen“ will. Doch Lebensfreude und Selbstbestimmung werden dabei weg-rationalisiert. Der Homo Kapitalensis soll bestellen, nicht denken. Dem will Steinberg etwas entgegensetzen: nämlich einen bunten, quirligen, sprudelnd-lustigen Abend, der eine vergessene Kraft beleben soll: den Unsinn. Die Kraft der Poesie und die kreative Macht, die von schrägen Ideen, absurden Sichtweisen und aberwitzigen Gedanken ausgeht. Der gelernte Literaturwissenschaftler ahnt: Momos graue Herren haben zwar fast gewonnen, Alice ist nicht mehr im Wunderland, sondern im vorschulischen Wirtschaftschinesisch-Kurs und Shakespeares Puck musste als Ich-AG in die Insolvenz. Aber Hoffnung besteht, solange wir noch erkennen, wie bekloppt es ist, dass ein ordentliches Nickerchen nur noch als leistungsorientiertes „Powernapping“ akzeptiert wird. Und solange wir wissen, dass eine Paketdrohne niemals komplett den Postboten ersetzen kann,... zumindest nicht für Hunde.
 
So zeigt Steinberg mit seinem großen Arsenal an Spielformen und mit noch größerer Spielfreude, dass die durchoptimierte Welt ausgelacht gehört. Denn es geht nicht rund – die Welt dreht durch. Und als Komiker unter den Kabarettisten weiss er: Lachen ist die beste Art dem Gegner die Zähne zu zeigen. Mit genug Unsinn machen wir uns vielleicht wieder die Welt - ganz im Sinne einer rothaarigen Schutzpatronin aus Schweden - „widdewidde wie sie uns gefällt“.
 
Rene Steinberg ist sehr vielen Menschen rein „stimmlich“ bekannt. Denn er macht seit über 15 Jahren, Satire, Glossen und Comedy im Radio – unter anderem „die von der Leyens“ bzw. den Tatort mit Till, Herbert und Udo“ bei WDR2 oder die „Beklopptheiten der Woche bei WDR5. Zehntausende Besucher sahen ihn bei der WDR-Bühnenshow „Lachen Live“, mit der er mehr als 5 Jahre in ganz NRW unterwegs war. Mit seinem ersten Soloprogramm gewann er ab 2012 aus dem Stand mehrere Kleinkunstpreise und war unter anderem nominiert beim Kleinkunstfestival der Wühlmäuse in Berlin. Nun legt er nach und zeigt mit seinem zweiten Solo „Gebt dem Unsinn das Kommando!“, dass er seinen ganz eigenen Stil nachhaltig ausgebaut hat: schnell, fröhlich, puppenlustig und mit einem Witz versehen, der sich erst auf dem zweiten Blick auch mal als beissender Spott entlarvt. Oder wie Steinberg meint: „Kritikfähigkeit ist enorm wichtig, aber wo steht geschrieben, dass Kritik mit erhobenem Zeigefinger und sauertöpferischer Miene vorgetragen werden muss?“