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Szczepan Twardoch
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Szczepan Twardoch
Wie klingt sie, die Stimme der Erde? Kühl, satirisch, aber auch nüchtern ist sie, diese Stimme, die Szczepan Twardoch in seinem neuen, Generationen überspannenden Roman "Drach" heraufbeschwört, der tief in die Geschichte des letzten Jahrhunderts eindringt. Die Erde weiß alles über ihre Bewohner und das Kommen und Werden und Gehen. Über Josef Magnor beispielsweise, der im Jahre 1906 eine skurrile Schweineschlachtung im Hinterhof beobachtet, und dessen Leben, ebenso wie das seiner schlesischen Familie, geprägt ist von Kriegen und der Arbeit unter der Erde. Josefs Leben bestimmt aber auch die Liebe zur lustvollen, reifen Caroline, die ihn ins Unglück treibt. Die Erde kennt aber auch Nikodem, Josefs Urenkel. Begehrter Architekt im neuen Polen, führt er ein hedonistisches Leben, das jedoch nicht seine krisenhaften Beziehungen aufwiegen kann. In "Drach" gewährt Twardoch dem Leser einen kaleidoskopischen Blick auf den Menschen, dieses absonderliche Wesen, das von der Erde ausgespien wird, um dann im Potpourri der Geschichte, vor allem aber im dunklen Morast, das heißt: im Leib der Erzählerin, zu verschwinden.
Lesung der deutschen Übersetzung: Torben Kessler (Foto: Magda Kryjak)
Lesung der deutschen Übersetzung: Torben Kessler (Foto: Magda Kryjak)
Quelle: Pressetext