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Holz und Vorurteile - zwischen Brett und Kopf

Menschen und ihre Konzepte: einige muss man lieben, andere verdienen einen Tritt vors Schienbein. Manche glauben ja immer noch, dass der Aufzug schneller kommt, wenn man mehrmals auf den Knopf drückt und dabei flucht. Andere denken, dass Autos mit Fischaufklebern am Heck von Leuten gefahren werden, die bei der Fastfoodkette Nordsee arbeiten. Wieder andere glauben, das Antiquariat wäre das Gegenteil vom Proquariat. Das alles sind vorurteilsbeladene Konstrukte, die dringend überdacht werden müssen. Damit es nicht hineinregnet.

Tilman Birr spricht, liest und singt über sie. Freundlich aber bestimmt. Er hat zwar nichts gegen Menschen, aber... naja, muss jeder selber wissen. Seit gefühlten 100 Jahren steht er mit Text und Musik auf Bühnen, sein 2012 erschienener komischer Episodenroman „On se left you see se Siegessäule“ hat sich über 30.000 Mal verkauft. 2013 hat er den Förderpreis des Deutschen Kabarettpreises bekommen. Womit? Mit Recht. Eines allerdings steht fest: ALLE meine Entchen schwimmen auf dem See. Das ist kein Vorurteil, das ist einfach eine Tatsache.

Aber jetzt mal im Ernst: ist Birr eigentlich Kabarettist, Poetry Slammer, Liedermacher, Vorleser oder Stadtführer? Hat der auch was richtiges gelernt? Wo kriegt er seine Ideen her und kann er denn davon leben? Auf diese Fragen hat Birr eine ganz eindeutige Antwort: Deine Mudder!


Alles andere später


Alle sind sauer! Tilman Birr kämpft um Gelassenheit. Soll unser Lebensmotto wirklich lauten „Das find ich nicht lustig“? Oder doch eher „Aus der Mitte entspringt ein Stuss“? Warum gibt es in der Buchhandlung ein eigenes Regal für „Humor“ aber keines für „Verbitterung“? Warum müssen sich manche Menschen zum Lachen eine Jahreszeit abstecken und dann eine Mütze aufsetzen? Haben die auch andere Mützen für andere Gelegenheiten (Gartenarbeit, Banktermin, Geschlechtsverkehr)? Oder anders gefragt: Kann ich mir dem Schlechten in der Welt bewusst sein, ohne dabei eine Laune zu haben wie Klaus Kinski?

Hass und Wut scheinen cool geworden zu sein. Im Fernsehen lässt man einander nicht mal mehr ausschreien. Debatten wirken nicht mehr wie ein Austausch von Argumenten sondern wie Schlammcatchen im Heim für schwer erziehbare Kinder. Was machen wir da? Jedenfalls erst mal nicht aufregen. Setzen Sie sich, trinken Sie etwas und schauen Sie sich dieses Programm bis zum Schluss an. Alles andere später.

(Quelle Bild: Urban Zintel)